Griechenland gibt es nicht mehr  

Bestandsaufnahme eines Niedergangs

Asteris Kutulas 

In: junge Welt online vom 30.11.2013 

Wochenendbeilage 

 

Am kommenden Donnerstag lädt die Tageszeitung junge Welt in Kooperation mit exantas Berlin e.V zu einem Abend der griechischen Literatur. Mit dabei sind die Autorinnen und Autoren: Peter Geist, Birgit Hildebrand, Gregor Kunz, Ina Kutulas, Thanassis Lambrou, Michaela Prinzinger, Theo Votsos. Der folgende Beitrag von Asteris Kutulas eröffnet eine vierteilige Beitrag von Texten griechischer Autorinnen und Autoren u.a. Christos Ikonomou und Nikos Panajaotopoulos, die an dieser Stelle wöchentlich erscheint. (jW) 

Griechenland ist nicht nur wirtschaftlich bankrott, es steckt in einer tiefen kulturellen und politischen Identitätskrise. Große Teile der Bevölkerung, vor allem der Jugend, sind desorientiert, verelenden zunehmend und haben Zukunftsängste. Drei Jahre nach Ausbruch der aktuellen Krise ist jeder vierte Grieche arbeitslos, fast jeder dritte lebt unter der Armutsgrenze, mehr als 25000 Menschen sind ohne Obdach, über 100000 mittlere und kleine Betriebe und Geschäfte gingen in Konkurs oder mußten schließen, die Selbstmordrate schnellte dramatisch in die Höhe, 60% der Jugendlichen unter 25 finden keine Arbeit mehr, weswegen Zehntausende von ihnen das Land verlassen und ihr Glück in Australien, Deutschland, den USA und anderswo versuchen. Viele Ökonomen und Politiker sind inzwischen der Meinung, daß eine klare Insolvenz und die Rückkehr zur Drachme für Griechenland die einzige wirkliche Chance ist, wieder auf die Beine zu kommen. Da das aber nicht so günstig für die großen EU-Länder und die USA wäre, läßt man Griechenland einfach nicht bankrott gehen. Dennoch: ob mit dem Euro oder mit der Drachme, ob mit oder ohne Hilfe - das Land ist am Ende. 

Millionen von Betroffenen stellten seit 2009 immer wieder drei ganz einfache Fragen: Wie konnte es zu diesem totalen Niedergang der griechischen Gesellschaft kommen? Wer ist schuld daran? Wie geht es weiter? 

Untaugliche Rezepte 

Es gibt folgende vom europäischen Establishment verordnete und von einem Teil der Öffentlichkeit und der Presse unentwegt reproduzierte Antworten: 

Griechenland hat über seine Verhältnisse gelebt. 

Die Griechen sind vor allem selbst und als Volk insgesamt schuld - sowohl die korrupte Regierung als auch die Bevölkerung, die sich hat korrumpieren lassen und eine endlose Party feierte, ohne zu fragen, was morgen kommt. 

Griechenland soll dem Folge leisten, was der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Europäische Union (EU) unter Deutschlands und Frankreichs Führung festlegen. 

Interessant ist, daß sich die letzten beiden griechischen Regierungen seit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2009 bis zumindest Anfang 2012 diesem Antwort-Schema nicht nur angeschlossen, sondern es aktiv mit »Argumenten« aufgefüttert, genährt und unterstützt haben. Den Höhepunkt dieser anti-griechischen Kampagne markierte folgende Erklärung des Vizepremiers Theodoros Pangalos vom 21.10.2010 im griechischen Parlament: »Auf die Frage der Menschen an uns: Wie konntet Ihr nur das ganze Geld rverprassenl?, gibt es eine einfache Antwort: Wir haben Euch verbeamtet! Wir haben das alles zusammen rverpraßtl, in einem System politischer Vetternwirtschaft, Korruption und Veruntreuung von Steuergeld.« Übrigens war diese Erklärung überhaupt nicht selbstkritisch, sondern ausschließlich anklagend gemeint. 

Auch bezeichnete derselbe Minister seine griechischen Mitbürger in öffentlichen Verlautbarungen wiederholt als »faul« und »korrupt«. Nachdem Hunderttausende »Empörte« sich wochenlang in der griechischen Hauptstadt versammelten, äußerte er am 23.10.2011 im französischen Canal5, es handele sich bei diesen Demonstranten um »Kommunisten, Faschisten und Wichser«. Es entsprach der politischen Kultur der PASOK-Partei und des damaligen Regierungschefs Giorgos Papandreou, daß sie zu keinem Zeitpunkt den Rücktritt eines solchen Politikers verlangten und daß dieser obendrein als Vizepremier in das Regierungskabinett von Loukas Papademos übernommen wurde. Abgesehen davon, daß Theodoros Pangalos' Aussage, alle zusammen hätten das Geld verpraßt, sachlich falsch war, offenbart seine populistisch-herablassende Haltung auf bezeichnende Art und Weise den systematischen Versuch der herrschenden Kaste, das Volk als den eigentlich »Schuldigen« erscheinen zu lassen, um von der eigenen politischen Verantwortung abzulenken mit einem einzigen Ziel: weiter regieren zu können. 

Es gibt natürlich noch eine Vielzahl anderer Erklärungen, die man immer wieder lesen oder hören kann: Schuld an der Krise seien nicht die Griechen, sondern »das internationale Finanzkapital«, das »Lobby-Netzwerk der amerikanischen Bank Goldmann Sachs«, »die Heerscharen von Ausländern, die Griechenland überflutet haben« oder »der IWF und die US-Regierung« oder »der Geheimbund Bilderberg« oder die »Europäische Union« oder »das kapitalistische System« oder »Deutschland« oder all das zusammen etc. etc. 

Das führt dazu, daß man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Und als ich am 23.1.2012 während einer Podiumsdiskussion zur griechischen Krise in der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin zwei griechische Wirtschaftsprofessoren erlebte, die in ihren Analysen, basierend auf denselben Zahlen, zu absolut gegensätzlichen Schlußfolgerungen gekommen waren, wurde mir klar, daß selbst anhand von Statistiken keine in irgend einer Form verläßlichen Urteile mehr gefällt werden konnten. 

Tatsache ist, daß am Patienten »griechische Gesellschaft« nicht nur ununterbrochen scheinbar je nach Lust und Laune operiert wurde, sondern größtenteils, ohne die Symptome der Krankheit diagnostiziert bzw. sie nur willkürlich diagnostiziert zu haben. Es wurden Rezepte aus der Schublade gezogen, die weder dazu taugten, die Ursachen der Krankheit zu bekämpfen, geschweige denn, diese Krankheit zu heilen. 

Persönlicher Machterhalt 

Ein ARD-Korrespondent in Athen erklärte während einer Tagesschau-Sendung, daß die Griechen durchaus bereit wären, den Gürtel noch viel enger zu schnallen, aber unter zwei Voraussetzungen: Erstens sollten die für die Krise Verantwortlichen bestraft werden, und zweitens solle der Staat endlich für Gerechtigkeit sorgen und auch diejenigen zur Kasse bitten, die niemals Steuern gezahlt haben und somit in gewisser Weise über dem Gesetz standen. Ganz abgesehen davon, daß man inzwischen den Gürtel kaum noch enger schnallen kann, so ist es eine Tatsache, daß Millionen von der Krise betroffene griechische Bürger bereits seit Anfang 2010 von ihrer Regierung Aufklärung darüber fordern, wie und durch wen das Land in diese Situation geraten konnte. 

Erst als die PASOK-Regierung Ende 2011 abgelöst wurde, die Macht an den Technokraten Loukas Papademos überging und Griechenland kurz davor war, in den Abgrund, an dessen Rand es bis dahin gestanden hatte, zu springen, vernahm die griechische Bevölkerung niemals zuvor gehörte Schuldbekenntnisse zweier Regierungsvertreter, nämlich die des Ex-Premiers Papandreou und des amtierenden Finanzministers Evangelos Venizelos. Und das an dem Tag, an dem das zweite »Sparpaket« verabschiedet werden sollte, mit dem zugleich eine radikale Verelendung breiter Bevölkerungsschichten beschlossen wurde. Die Umfragewerte der 2009 mit 44Prozent ins Parlament gewählten Regierungspartei PASOK waren inzwischen auf 8% gefallen. Erst in diesem Augenblick hielten die führenden sozialistischen Politiker den Zeitpunkt für gekommen, sich Asche aufs Haupt zu streuen. Tatsächlich brachte der sowohl unter Giorgos Papandreou als auch in der Regierung Lukas Papademos amtierende Finanzminister Evangelos Venizelos folgendes über die Lippen: »Unser Land steht vor einem tragischen Dilemma und kämpft ums Überleben. Das wahre nationale Problem besteht darin, daß wir Jahrzehnte verloren haben. Wir waren nicht in der Lage, ein funktionierendes Staatswesen aufzubauen. Wir waren nicht in der Lage, eine selbständige Wirtschaft aufzubauen. Wir konnten die Zukunft unserer Kinder nicht absichern und führten das Land in eine Situation der Ausweglosigkeit.« Treffender konnte man die Bankrott-Erklärung der griechischen Politik und der beiden seit 1974 abwechselnd herrschenden Parteien PASOK und ND (Neue Demokratie) nicht auf den Punkt bringen. Zwar hatte sich niemals zuvor ein Regierender dergestalt geäußert, aber diese Erklärung kam zu spät, und daß sie überhaupt gegeben wurde, geschah einzig und allein aus politischem Kalkül. Es ging um den persönlichen Machterhalt, um nichts anderes. 

Evangelos Venizelos hatte nichts mehr zu verlieren und versuchte aus dieser ausweglosen Situation erneut Gewinn zu ziehen, indem er sich als Weißer Ritter aufspielte, um wenige Wochen später Giorgos Papandreou als PASOK-Vorsitzender abzulösen und eine Regierungskoalition mit der konservativen Neuen Demokratie einzugehen. 

Korruptes Establishment 

Sowohl Theodoros Pangalos als auch Evangelos Venizelos, aber auch Giorgos Papandreou, Konstantin Karamanlis, Dora Bakopoulou oder Antonis Samaras, sie alle stammen aus Politikerfamilien, die teilweise seit 100 Jahren das gesellschaftliche System Griechenlands beherrschen. Sie symbolisieren das alteingesessene, korrupte, marode, reformresistente Establishment von Vetternwirtschaft und Klientelismus, sie haben es beständig weiter gestärkt und gefestigt und damit in Griechenland quasi die Demokratie in ihrem ursprünglichen Sinn abgeschafft. Sie alle gehören zu den wenigen »Herrscherfamilien«, die neben diversen Großverlegern, Reedern und Berufspolitikern die politische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Landes bestimmten. Etwa 400 Menschen treffen in Griechenland seit dem Ende der Militärdiktatur 1974 alle ökonomischen und politischen Entscheidungen, und viele von ihnen bereicherten sich auf Kosten der Allgemeinheit auf die eine oder andere Art und Weise, wobei sie sich dabei auch an EU-Geldern in Form von Provisionen, Kick-Backs, auf dem Umweg über Scheinfirmen und sogar durch unverhohlenen Betrug bedienten. Dieses extrem parasitäre Establishment konnte sich an der Macht halten, weil es unentwegt dafür sorgte, sich eine politikhörige und untertänige Staatsanwaltschaft sowie eine korrupte Finanz- und Steuerbehörde heranzuzüchten und diese am Leben zu erhalten, was jeglichen Ausbruch aus dem bestehenden System unmöglich machte. Zudem stützte sich dieses System auf eine durch die geduldete Steuerhinterziehung und andere Privilegien gehätschelte Oberschicht, bestehend aus Kommunalpolitikern, Top-Rechtsanwälten, Gewerkschaftsbossen, »Star-Journalisten«, Ärzten, auserwählten Unternehmern und Landwirten. »Freie Wahlen« waren zugelassen, aber viele Stimmen wurden gegen Vergünstigungen (rousfeti) jeglicher Art gehandelt, was hauptsächlich die Verbeamtung einer Anzahl von »treuen Wählern« oder deren Familienangehörigen bedeutete. 

Dadurch wurde nicht nur ein Teil der Bevölkerung »korrumpiert« und »politisch fanatisiert«, sondern auch »mitschuldig« gemacht am Verfall der Werte und des sozialen Gefüges. Im Laufe der letzten 40 Jahre änderte sich dadurch das soziale Verantwortungsgefühl vieler Griechen, und es überwog immer mehr das Streben, zu den Neureichen zu gehören, ein grenzenloser Egoismus, der von der herrschenden Kaste befördert und zum obersten Prinzip der neoliberalen griechischen Gesellschaft erhoben wurde. Wer sich darauf nicht einlassen wollte, hatte kaum Aufstiegschancen. Vom Ausmaß der Korruption zeugen an der Spitze des Eisbergs der Koskotas-, der Siemens-, der Ferrostaal- und der Protonbank-Skandal, das Vathopedi-Desaster, die dubiosen Waffengeschäfte griechischer Politiker und Beamter sowie Tausende nicht verfolgter und nicht aufgeklärter Skandale. 

Hinzu kommt, daß die seit 1974 herrschende Politikerkaste den fast unbegrenzten Einfluß ausländischer und ungezügelter nationaler wirtschaftlicher Interessen zugelassen und darauf ihre Macht gestützt hat, ohne jemals auch nur ansatzweise eine eigenständige nationale griechische Politik zu verfolgen. Die Ergebnisse sind schockierend. Das Land befindet sich seit 2008 in einem rasanten Niedergang - nicht nur in finanzieller und struktureller, sondern auch in moralischer und kultureller Hinsicht. 

Die seit Jahrzehnten in Griechenland herrschende Politikerkaste hat nicht nur dazu beigetragen, daß sich die Mentalität und die Wertevorstellungen der griechischen Gesellschaft und besonders der jeweils jungen Generation innerhalb der letzten 40 Jahre immer mehr zugunsten eines ausgeprägten Konsum- und Wohlstandsdenkens veränderten, sondern sie hat vor allem wirtschaftlichen und ausländischen Interessen gedient, anstatt eigene Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, die Griechenlands Wirtschaft und seinen Dienstleistungssektor schrittweise hätten stärken können. 

Im Ergebnis dieser - rein persönlichen Interessen folgenden - Politik wurde Griechenland 2010 der Herrschaft von IWF, EZB und EU (Troika) unterstellt, die mehrere so genannte Rettungsschirme aufspannten und weiterhin aufzuhalten gewillt sind. Inzwischen ist Griechenland dauerhaft auf Finanzspritzen von außen angewiesen, allerdings - so lautet das Diktat der Troika - um seine Schulden (an die großen europäischen Banken) bezahlen und seine Zinsen bedienen zu können, nicht, um seine Krise zu bewältigen. Die alteingesessene gescheiterte Politikerkaste Griechenlands unterstützt vorbehaltlos die Übernahme der Herrschaft über das Land durch eine ausländische Macht, da dies die einzige Chance ihres eigenen Überlebens darstellt. Deshalb trägt sie innenpolitisch das Damoklesschwert des »entweder Rettungsschirm oder Chaos« vor sich her und folgt willfährig und ohne Skrupel allen Vorgaben der Troika. Da die Zustimmung der Bevölkerung für ihre Politik auf ein historisches Tief gefallen und ihre Machtausübung demokratisch nicht mehr legitimiert ist, sieht sie ihren letzten Zufluchtsort im Windschatten der Vorgaben von außen. Dabei spielt sie auch noch ein doppeltes Spiel, denn so sehr sie sich ihren ausländischen Partnern gegenüber als unterwürfig gibt, schürt sie im Inland über die verschiedensten Kanäle die Ressentiments der Bevölkerung gegen »Merkel & Co.«. Konsequenterweise übertrug sie der Troika nicht nur die Oberhoheit über die griechischen Finanzen, sondern auch über die Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die »Schuld« - so das Kalkül - für Vergangenheit und Gegenwart fällt auf die »Ausländer« und nicht auf sie selbst, die eigentlichen Verursacher. Abgesehen davon, daß die Regierung mit allen Mitteln versucht, jede Reform zu untergraben, um ihre Pfründe nicht zu gefährden, was ihr seit zwei Jahren ausgezeichnet gelingt. Das Ergebnis ihrer Politik führte dazu, daß Griechenland in gewisser Weise aufhörte zu existieren. 

Der Verlust der Zukunft 

Lange vor dem ökonomisch-wirtschaftlichen war der gesellschaftliche Niedergang Griechenlands deutlich zu erkennen und sein Ausmaß wurde schlagartig offenbar, als es im Dezember 2008, ein Jahr vor Ausbruch der Krise, zu einem gewaltsamen Aufstand der Jugend kam. Die innere Unzufriedenheit mit dem Status Quo der Elterngeneration, der Frust über die soziale Kälte des Staates und insbesondere die als existenzielle Bedrohung empfundene Perspektivlosigkeit entluden sich in einer bisher noch nicht da gewesenen explosionsartigen Protestwelle, die das ganze Land in ein Pulverfaß verwandelte. Das geschah zu einem Zeitpunkt, als die gesamte Generation der 17- bis 30jährigen Griechenland als ein Land ohne Zukunft wahrnahm, ein Land, das im Hinblick auf seinen Wohlstand, seine Kultur, seine soziale Entwicklung dem Untergang geweiht war. 

Anlaß dieses Aufstandes war der Tod des 15jährigen Alexis Grigoropoulos am 6.12.2008, der nach Zeugenaussagen von einem Polizisten kaltblütig erschossen, nach Angaben der Polizei allerdings durch einen Querschläger aus der Waffe eines Polizeibeamten tödlich getroffen wurde. Alexis Grigoropoulos wurde zur Symbolfigur einer ausgestoßenen Generation. Ein emphatisches Dokument dieser Sinnkrise und Ausdruck der Auflehnung gegen eine vollkommen kommerzialisierte Alltagskultur ist der folgende Brief von Alexis' Freunden, den sie bei seiner Beerdigung verteilten: 

»Wir wollen eine bessere Welt! Helft uns! Wir sind keine Terroristen, Vermummten ... WIR SIND EURE KINDER! ... Wir haben Träume - Tötet sie nicht. ERINNERT EUCH! Ihr wart auch mal jung. Und jetzt rennt Ihr nur noch Eurem Geld hinterher, interessiert Euch nur noch für Äußerlichkeiten, seid fett und glatzköpfig geworden, habt VERGESSEN! 

Wir dachten, Ihr würdet uns unterstützen; wir dachten, es würde Euch kümmern, 

dachten, daß auch Ihr uns mal stolz machen würdet. VERGEBENS! 

Ihr lebt ein falsches Leben, laßt den Kopf hängen, habt die Hosen runtergelassen und wartet auf den Tag, an dem Ihr sterbt. Ihr fantasiert nicht mehr, verliebt Euch nicht mehr, kreiert nicht mehr. Nur kaufen und verkaufen könnt Ihr noch. ÜBERALL NUR MATERIELLES. NIRGENDWO LIEBE - NIRGENDWO WAHRHEIT. Wo sind die Eltern? Wo sind die Künstler? Wieso treten sie nicht hervor, uns zu schützen? MAN TÖTET UNS! HELFT UNS! 

EURE KINDER 

PS: Werft kein Tränengas mehr. Wir weinen auch so.« 

Asteris Kutulas (geb. 1960) arbeitet als Musikproduzent, Publizist, Übersetzer und Filmemacher (u.a. zusammen mit dem griechischen Komponisten Mikis Theodorakis). Seit 1986 ist er im europäischen Konzertmanagement tätig. 1998 veröffentlichte Kutulas in Athen das Theodorakis-Werkverzeichnis. 2010 erschien sein Buch: Mikis Theodorakis. 

Ein Leben in Bildern. Schott Music, Mainz. Im Sommer 2013 wurde sein Film »Recycling Medea« in Athen uraufgeführt. Gemeinsam mit Ina Kutulas gibt er Band 249 der Zeitschrift die horen heraus: »Sogar dann, wenn jeder Himmel fehlt ...« Auf der Suche nach einem verlorenen (Griechen)Land. 14 Euro 

»Sogar dann, wenn jeder Himmel fehlt...« Auf der Suche nach einem verlorenen (Griechen-)Land. Donnerstag, den 05.12.2013, Beginn 19:00 Uhr. 

Ladengalerie der Tageszeitung  

junge Welt 

 in der Torstraße 6, 10119 Berlin (Nähe Rosa-Luxemburg-Platz), Eintritt 5,00 Euro, ermäßigt: 3,00 Euro, Um Voranmeldung wird unter  

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