Wolfram Triller

Der Wandel der Klassenverhältnisse in der Landwirtschaft (in Ostdeutschland)[1]

 

I. Die Entwicklung der Landwirtschaft und der Bauernklasse in Ostdeutschland

 

SED-Agrarpolitik – bewusste Anwendung der Erkenntnisse des Marxismus

 

Die Entwicklung der Bauernschaft in Ostdeutschland ist der überzeugendste Beweis über die von Marxismus entdeckten Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung. Vor allem müssen genannt werden:

 

  • Der dialektische Zusammenhang von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen[2]
  • Die Errichtung eines sozialistischen Staates (der Diktatur des Proletariats)
  • Die notwendige Veränderung der Eigentumsverhältnisse
  • Die führende Rolle der Arbeiterklasse
  • Das Bündnis der Arbeiterklasse mit den Bauern

·        Die Veränderung des Bewusstseins.

 

Ausgangspunkt der Politik der SED waren wichtige Grundaussagen der Klassiker des Marxismus:

 

„Um aber die politische Macht zu erobern, muss diese  Partei vorher von der Stadt aufs Land gehn, muss eine Macht werden auf dem Land. Sie, die vor allen andern Parteien voraus hat die klare Einsicht in den Zusammenhang der ökonomischen Ursachen mit den politischen Folgen, die also auch die Wolfsgestalt unter dem Schafspelz des großgrundherrlichen zudringlichen Bauernfreunds längst erspäht hat - darf sie den dem Untergang geweihten Bauern ruhig in den Händen seiner falschen Beschützer lassen, bis er aus einem passiven in einen aktiven Gegner der industriellen Arbeiter verwandelt wird? Und damit sind wir inmitten der Bauernfrage.“[3]

 

Um welchen Bauern geht es? Friedrich Engels  vertrat dazu folgende Position:

 

„Unter Kleinbauer verstehen wir hier den Eigentümer oder Pächter - namentlich den ersteren - eines Stückchen Lands, nicht größer, als er mit seiner eignen Familie in der Regel bebauen kann, und nicht kleiner, als was die Familie ernährt. Dieser Kleinbauer, wie der kleine Handwerker, ist also ein Arbeiter, der sich vom modernen Proletarier dadurch unterscheidet, dass er noch im Besitz seiner Arbeitsmittel ist; also ein Überbleibsel einer vergangnen Produktionsweise.“[4]

 

„Als solcher sollte er der sozialistischen Propaganda offne Ohren leihen. Daran aber verhindert ihn einstweilen noch sein eingefleischter Eigentumssinn. Je schwerer ihm der Kampf wird um sein gefährdetes Fetzchen Land, mit desto gewaltsamerer Verzweiflung klammert er sich daran fest, um so mehr sieht er im Sozialdemokraten, der von Überweisung des Grundeigentums an die Gesamtheit spricht, einen ebenso gefährlichen Feind wie im Wucherer und Advokaten. Wie soll die Sozialdemokratie dies Vorurteil überwinden? Was kann sie dem untergehenden Kleinbauern bieten, ohne sich selbst untreu zu werden?“[5]

 

Wenn „ wir im Besitz der Staatsmacht sind, (können) wir nicht daran denken…, die Kleinbauern gewaltsam zu expropriieren (einerlei ob mit oder ohne Entschädigung), wie wir dies mit den Großgrundbesitzern zu tun genötigt sind. Unsere Aufgabe gegenüber dem Kleinbauern besteht zunächst darin, seinen Privatbetrieb und Privatbesitz in einen genossenschaftlichen überzuleiten, nicht mit Gewalt, sondern durch Beispiel und Darbietungen von gesellschaftlicher Hilfe zu diesem Zweck. Und da haben wir allerdings Mittel genug, um dem Kleinbauern Vorteile in Aussicht zu stellen, die ihm schon jetzt einleuchten müssen.“[6]

 

„Der Besitz der Produktionsmittel durch die einzelnen Produzenten verleiht heutzutage diesen Produzenten keine wirkliche Freiheit mehr. Der selbstwirtschaftende Kleinbauer ist weder im sichern Besitz seines Stückchens Land, noch ist er frei. Er wie sein Haus, sein Hof, seine paar Felder gehören dem Wucherer; seine Existenz ist unsicherer als die des Proletariers, der wenigstens dann und wann ruhige Tage erlebt, was dem gepeinigten Schuldsklaven nie vorkommt.“ [7]

Der Sozialismus hat allerdings ein Interesse daran, dass dieser falsche Schein des bäuerlichen Eigentums verschwinde; aber nicht auf diese Art.“[8]

 

„Ich leugne grade zu, dass die sozialistische Arbeiterpartei irgendeines Landes die Aufgabe hat, außer den Landproletariern und Kleinbauern auch die Mittel- und Großbauern, oder gar die Pächter großer Güter, die kapitalistischen Viehzüchter und die andern kapitalistischen Verwerter des nationalen Grund und Bodens in ihren Schoß aufzunehmen. Ihnen allen mag die Feudalität des Grundbesitzes als gemeinsamer Feind erscheinen. Wir mögen in gewissen Fragen mit ihnen zusammengehn, für bestimmte Zwecke eine Zeitlang an ihrer Seite kämpfen können. Aber in unsrer Partei können wir zwar Individuen aus jeder Gesellschaftsklasse, aber durchaus keine kapitalistischen, keine mittelbürgerlichen oder mittelbäuerlichen Interessengruppen gebrauchen.“[9]

 

Entwicklungsetappen der Landwirtschaft in Ostdeutschland

 

In der Entwicklung der Bauernschaft und der Agrarpolitik der SED lassen sich bestimmte Entwicklungsetappen (der Vergesellschaftung der Produktion[10]) herausarbeiten:

 

1.      1945 bis 1952

 

Diese Etappe war vor allem charakterisiert durch die demokratische Bodenreform mit der das Potsdamer Abkommen erfüllt, die Kriegsverbrecher und Großagrarier entmachtet wurden. 3,3 Mill. ha land- und forstwirtschaftliche Fläche kamen in den Bodenreformfonds. Insgesamt wurden fast 560.00 Personen Land zugewiesen. Es entstanden 210.000 Neubauernbetriebe bis zu 10 ha, und 83.000 bestehende landwirtschaftliche Betriebe erhielten Zuteilungen. 180.000 Arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende in den Dörfern erhielten Bodenparzellen[11]. Die Bodenreform diente nicht nur der Versorgung des hungernden Volkes. Sie gab Hunderttausenden Umsiedlern eine neue Heimat.

 

Der Boden wurde vererbbares Eigentum der Bauern, solange er persönlich bewirtschaftet wurde. Mit der Beendigung der landwirtschaftlichen Tätigkeit fiel der Boden in den Bodenreformfonds zurück. Diese Regelung wurde 1990 durch das sogenannte Modrowgesetz aufgehoben.

 

Von Anfang an fanden die genossenschaftlichen Erfahrungen der Bauern mit der „Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“ (VdgB) und den „Bäuerlichen Handelsgenossenschaften“ (BHG) gesellschaftliche Unterstützung. Durch die Einführung der Pflichtablieferung und fester Aufkaufpreise wurde das Profitprinzip eingeschränkt und gesellschaftliche Planung ermöglicht. Zur Steigerung der Produktion wurde das System der „Freien Spitzen“ eingeführt, die Bezahlung höherer Aufkaufpreise für Lieferungen über die Pflichtablieferung hinaus.

 

Der Aufteilung der Bodenreformflächen stand die Position gegenüber, die enteigneten Großbetriebe von Anfang an genossenschaftlich zu bewirtschaften. Die SED hielt jedoch den Jahrhunderte alten Wunsch der Bauern auf Bodenbesitz bündnispolitisch für wichtiger als einen ideologisch unvorbereiteten genossenschaftlichen Weg. Außerdem fehlte die materiell-technische Basis für diesen Schritt der Vergesellschaftung der Produktion.

 

Beredter Ausdruck der Bündnispolitik war auch das „Neubauernprogramm“ von 1947 bis 1949, in dessen Ergebnis über 94.000 Wohnhäuser, 104.000 Ställe und 38.000 Scheunen errichtet wurden. 1949 wurden die Maschinen-Ausleih-Stationen (MAS) als staatliche Einrichtungen geschaffen, deren Leistungspreise nach Klein-, Mittel und Großbauern und später für die Landwirtschaftlichen Genossenschaften (LPG) gestaffelt waren. Die MAS waren zugleich Stützpunkte der Arbeiterklasse auf dem Land, die die Bauern auch in der Produktions- und Betriebsgestaltung berieten und mit ihren Kulturhäusern und Bibliotheken Kultur aufs Land brachten. 1950 gab es 855.624 einzelbäuerliche Betriebe und 599 VEG[12]. In der Landwirtschaft waren 2,2 Millionen Menschen beschäftigt.

 

Der Wissenschafts- und Wissenstransfer in die LPG wurde auch durch die Wiedereröffnung der zwölf Fakultäten für Land- und Forstwirtschaft und des Veterinärwesens sowie von 78 agrarwissenschaftlichen Forschungsinstituten ermöglicht.

 

So entstanden die ökonomischen und ideologischen Bedingungen für die Gründung der ersten landwirtschaftlichen Produktivgenossenschaft am 8. Juni 1952 durch 24 Neubauern in Merxleben, Kreis Mühlhausen. Daran anknüpfend fasste die II. Parteikonferenz der SED im Juli 1952 den Beschuss: „Den Landarbeitern und werktätigen Bauern, die sich auf völlig freiwilliger Grundlage zu Produktionsgenossenschaften zusammenschließen, ist die notwendige Hilfe zu gewähren und dadurch zugleich das Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern zu festigen.“[13]

 

Dieser Beschluss ging von einer sozialen Schichtung in „werktätige Bauern“ und „Großbauern“ aus. Der Unterschied zwischen ihnen bestand im Einsatz von Lohnarbeit. Werktätige Bauern bewirtschafteten ihren Hof nur mit den Familienarbeitskräften (nur zeitweilig mit Saisonarbeitskräften), während Großbauern in der Regel ständig Lohnarbeitskräfte beschäftigten. Aus dieser Gruppierung leiteten sich differenzierte ökonomische Regelungen ab: Festpreise für die „Pflichtablieferung“ und „Freie Spitzen“, Leistungspreise der MTS bis hin zur Förderung der Kinder der werktätigen Bauern beim Zugang zu höherer Bildung. Erst ab 1954 war der Beitritt von Großbauern zu LPG möglich.

 

Die ersten Genossenschaftsbauern zeichnete sich durch folgende Eigenschaften aus:

·        Sie waren „werktätige Bauern“,

·        Durch einen Aufnahmeantrag wurden sie Mitglied der Genossenschaft

·        Der Eintritt in die Genossenschaft schloss die Einbringung des eigenen Bodens zur gemeinschaftlichen Bewirtschaftung in die LPG und die Entrichtung eines Inventarbeitrages ein. Der eingebrachte Boden blieb weiterhin Privateigentum.

·        Für sie galten die Bestimmungen des Statuts, das ursprünglich nur eine begrenze Anzahl von Rechten und Pflichten regelte.

·        Der geschaffene Neuwert wurde für die Bezahlung der Bodennutzung, die Vergütung der geleisteten Arbeit und für die Erhöhung des genossenschaftlichen Vermögens durch Zuführungen zu einem Unteilbaren und einem Reservefonds verwendet. Die Entscheidung darüber traf die Mitgliederversammlung, in der jedes Mitglied unabhängig vom eingebrachten Boden und dem Inventarbeitrag eine Stimme besaß.

 

Ein wesentlicher Unterschied der LPG zu den Genossenschaften im Kapitalismus war, dass ihr Ziel nicht nur in der „Förderung der wirtschaftlichen Tätigkeit der Genossen“ bestand. Sie waren Betriebe, die mit dem ständig wachsenden genossenschaftlichen „Unteilbaren Fond“ in wachsendem Maße zum eigentlichen landwirtschaftlichen Produktionsbetrieb wurden. Die selbständige wirtschaftliche Tätigkeit der „Genossen“ reduzierte sich schließlich auf die „individuelle Hauswirtschaft“. Sie leistete allerdings zusammen mit der Produktion der „Kleinackerbesitzer“ (Siedler und Kleingärtner) bis zum Ende der DDR einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung.[14]

 

Ausdruck des sich entwickelnden Bündnisses zwischen Arbeiterklasse und Bauern war auch die enge Zusammenarbeit von SED und Demokratischer Bauernpartei (DBD, gegründet 1948) bei der Herausbildung einer sozialistischen Landwirtschaft.

 

2.      1952 bis 1960

 

Diese Etappe war vor allem auf die Festigung und Erweiterung des genossenschaftlichen Sektors orientiert. Das wurde vor allem durch die Bereitstellung von Landmaschinen aus der neu errichteten Landmaschinenindustrie und durch differenzierte Wege zur genossenschaftlichen Arbeit in Form der LPG des Typs I, II und III unterstützt. Die Volkseigenen Güter[15], speziell die Güter der Saat- und Tierzucht wurden zu Musterbetrieben wissenschaftlich betriebener Landwirtschaft ausgebaut. Durch die Delegierung von Arbeitern aufs Land wurden die MTS gestärkt und die Bewirtschaftung von jenen Höfen gesichert, die durch die Flucht vor allem von Großbauern nach Westdeutschland verlassen worden waren[16]. Zugleich verstärkte sich dadurch der Einfluss der Arbeiterklasse in den landwirtschaftlichen Betrieben.

 

Schrittweise wuchs die Anzahl der LPG von 1906 im Jahre 1952 auf 10.132 im Jahre 1959, die Mitgliederzahl stieg von 37.00 auf 435.365. 1959 bewirtschafteten sie 40,2 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche[17]. Zugleich erstarkten sie wirtschaftlich und lieferten so den Beweis für die Richtigkeit des genossenschaftlichen Weges. Auch zeitweilige Vorschläge, den genossenschaftlichen Weg abzubrechen, konnten überwunden werden. Noch waren aber die meisten Großbauern nicht Mitglied einer Genossenschaft. Zugleich war ihnen aber auch ein kapitalistischer Wachstumsweg versperrt.

 

Die gewachsene Produktivität der Agrarproduktion kommt vor allem im Rückgang der in der Landwirtschaft Beschäftigten bei erheblich gestiegener Produktion zum Ausdruck. 1960 war ihre Anzahl gegenüber 1949 um ca. 900.000 auf 1,3 Mill. zurückgegangen.[18]

 

Mit dem Eintritt in die Genossenschaft vollzogen sich grundsätzliche Änderungen in der Stellung der bisherigen werktätigen Einzelbauern zu einander und zum Produktionsprozess. Der Eingebrachte Boden und andere Produktionsmittel (Vieh, Maschinen; Gebäude) unterlag der gemeinschaftlichen Bewirtschaftung und bildeten den Fonds der „Inventarbeiträge“ der Genossenschaft (ohne Boden). Die Höhe der Inventarbeiträge betrug 500 bis 800 M/ha. Über die Art und Weise der wirtschaftlichen Tätigkeit entschieden die genossenschaftlichen Leitungsorgane (Vollversammlung, Vorstand, Einzelleiter). Von grundlegender  Bedeutung war die Entscheidung über die Verwendung des genossenschaftlichen Neuwerts. Es erfolgte eine Dreiteilung:

 

·        Entsprechende der Rentabilität der LPG erfolgte eine Zuführung zum sogenannten „Unteilbaren Fonds“, der für Investitionen verwendet wurde und das genossenschaftliche Vermögen erhöhte.

·        Der verbleibende Teil wurde anfänglich 60 zu 40 für die Vergütung der geleisteten genossenschaftlichen Arbeit  und die sogenannten „Bodenanteile“ verwendet.

·        Eine Gewinnausschüttung auf die eingebrachten Inventarbeiträge erfolgte nicht. Ihre Größe veränderte sich nicht

 

Außerdem bestand das Recht auf die Bewirtschaftung einer „individuellen Fläche“ von 0,25 ha je Mitglied und den Bezug von Naturalien für die individuelle Viehwirtschaft (die durch den Umfang der Naturalien begrenzt war).

 

In der weiteren Entwicklung sank der Betrag, der je ha eingebrachten Boden gezahlt wurde, kontinuierlich. Das ergab sich nicht zuletzt durch die wachsende Zahl der Genossenschaftsmitglieder, die nicht Landeinbringer waren. Bis 1889 sank die Auszahlung auf Bodenanteile auf einen Festbetrag von ca. 30 M/ha, die gerade einmal die vom Bodeneigentümer zu zahlende Grundsteuer deckten. Eine Aneignung der Grundrente durch den Bodeneigentümer wurde dadurch ausgeschlossen. Damit wurde das eigentümerbezogene Interesse am Boden schrittweise zurückgedrängt.

 

3.      1960 - 1968

 

Nach dem Übergang zur vollgenossenschaftlichen Landwirtschaft kam es in den folgenden Jahren darauf an, die neu entstandenen Strukturen zu festigen und weiter zu entwickeln. Von 1959 zu 1960 hatte sich die Anzahl der LPG um 9.213 erhöht bzw. fast verdoppelt. Die Anzahl der LPG-Mitglieder stieg auf 961.539, was einer Steigerung auf 220 Prozent gegenüber 1959 entsprach. Der Zugang bei den LPG erfolgte fast ausschließlich bei den LPG vom Typ I. Das bedeutete, dass nur der Boden gemeinsam bewirtschaftet wurde, während die Tierproduktion privatwirtschaftlich erfolgte. Das war auch notwendig, da genossenschaftliche Ställe erst gebaut werden mussten. Erst Ende der 60er Jahre war der Übergang zur LPG Typ III weitgehend abgeschlossen.

 

Zugleich schritt die Vergesellschaftung der Produktion, die Arbeitsteilung, die Vervollkommnung der Spezialisierung, Konzentration, Kombination und Kooperation weiter fort. Sie wurde besonders durch die Einführung moderner Maschinensysteme (z.B. Mähdrescher E 512, selbstfahrende Erntemaschinen für Zuckerrüben und Futter) in der Pflanzenproduktion und den Bau von Großanlagen der Tierproduktion beschleunigt. Einzelne Arbeitsprozesse wurden aus den Genossenschaften ausgegliedert und durch zwischenbetriebliche Einrichtungen, genossenschaftliche oder staatliche Betriebe übernommen (z.B. die Arbeitsprozesse Düngung, Pflanzenschutz, Transport, Melioration, Bau). Andererseits konnten nach Übergabe der Technik der MTS an die Genossenschaften die LPG selbst über deren Einsatz entscheiden. Die bisherigen MTS wurden zu Kreisbetrieben für Landtechnik (KfL) vor allem zu Rationalisierungs- und Reparaturbetrieben der Landtechnik.

 

Besonders wichtig war die Neugestaltung der ökonomischen Regelungen in den Agrarbetrieben und mit dem Staat. In den LPG Typ III wurde die Kostenrechnung (1961) und schrittweise eine feste Geldvergütung mit Jahresendauszahlung entsprechend dem Jahresabschlussergebnis eingeführt. Das System der doppelten Erzeugerpreise (Soll und freie Spitze) wurde durch ein System einheitlicher Preise und von Prämien für die Mehrproduktion bei Schweinen, Milch und Eiern (ab 1964) abgelöst.

 

Während die Einkünfte der Genossenschaftsbauern steuerfrei blieben (nur Abgaben für Kranken- und Rentenversicherung), mussten die Betriebe der Tierproduktion eine gewinnabhängige Steuer und die Betriebe der Pflanzenproduktion zusätzlich eine „ökonomisch begründete Abgabe“ entrichten (Abschöpfung der Differentialrente).

 

Die Leitung der Landwirtschaft durch den Staat wurde mit der Schaffung eines Landwirtschaftsrates auf den Ebene des Ministerrates, der Bezirke und Kreise weiterentwickelt. Außerdem wurden in den Bezirken und Kreisen „Staatliche Komitees für Erfassung und Aufkauf sowie für „Landtechnik und materiell-technische Versorgung“ gebildet. Sie organisierten die Liefer- und Leitungsbeziehungen mit den LPG über ein Vertragssystem.

 

Die Herausbildung neuer Strukturen in der Landwirtschaft der DDR veränderte auch die Stellung der in der Landwirtschaft Beschäftigten. Es stieg der Anteil der Genossenschaftsbauern, die nicht Landeinbringer waren. Damit differenzierte sich auch das Interesse der Genossenschaftsbauern am Hauptproduktionsmittel der Landwirtschaft – dem Boden. Die Vergütung – als ein entscheidender interessenbestimmender Faktor - näherte sich der Form nach immer mehr der der Beschäftigten in der übrigen Volkswirtschaft. Das galt besonders für die Genossenschaftsbauern, die eine Arbeit in den neu entstandenen „Dienstleistungsbetrieben“ aufnahmen, dorthin delegiert waren. Neben den Genossenschaftsmitgliedern wurden in den LPG zunehmend Personen (vor allem Spezialisten) auf der Grundlage eines Lohnarbeitsverhältnisses beschäftigt. Andererseits stellten bisher im Lohnarbeitsverhältnis Beschäftigte den Antrag auf Mitgliedschaft in der Genossenschaft, weil sie dadurch von der Lohnsteuer befreit wurden. Das galt besonders für die ehemaligen Arbeiter der MTS. Überlegungen, Betrieben, in denen VEG und LPG kooperativ zusammenarbeiteten, in staatliche Betriebe umzuwandeln, wurden jedoch verworfen.

 

4..    1968 bis 1980

 

Nach einer weitgehenden Festigung der genossenschaftlichen Betriebe orientierte die Agrarpolitik in dieser Etappe auf die umfassende „Einführung industriemäßiger Methoden“ in der Landwirtschaft. Ausgangspunkt bildete die Möglichkeit, durch eine neue Stufe der Kombination der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse neu gesellschaftliche Produktivkräfte der Arbeit zu erschließen[19].

 

„Der kooperative Charakter des Arbeitsprozesses wird jetzt also durch die Natur des Arbeitsmittels selbst diktierte technische Notwendigkeit.“[20]

 

„Eine den jeweiligen Anforderungen der angewandten Maschinensysteme und Technologien entsprechende wissenschaftliche Zergliederung des Produktionsprozesses wird zur Bedingung einer effektiven Produktion. Das führt im Vergleich zur Manufaktur, aber auch im Vergleich zur ersten Entwicklungsphase der LPG und VEG zu einer enormen Beschleunigung der Arbeitsteilung und Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und der Produktion. Dabei verändert sich die Kombination.“[21]

 

„Die Art und die Anzahl der in einem Betrieb kombinierten Produktionsprozesse, -stufen, -zweige usw. können sehr verschieden sein. Die jeweilige konkrete Kombination hängt ab vom Entwicklungsniveau der Produktivkräfte, von dem Typ der Produktionsverhältnisse, ihrer Reife sowie von anderen Faktoren. Veränderungen in der Kombination werden durch die gleichen Gesetzmäßigkeiten bestimmt wie die in den anderen Grundformen der gesellschaftlichen Organisation der Produktion. Mit der Entwicklung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse wird eine Veränderung der Kombination möglich oder auch erforderlich. In welchem Maße solche Möglichkeiten genutzt, solchen Erfordernissen entsprochen wird, hängt wie die jeweilige konkrete Kombination von dem Zweck und dem Ziel der Kombination ab. In der sozialistischen Wirtschaft müssen Veränderungen in der Kombination gesellschaftlich geplant und geleitet werden. Die jeweilige Kombination und damit auch ihre Veränderung muss sowohl für den Betrieb als auch für die gesamte Gesellschaft von Vorteil sein.“[22]

 

Auf der Grundlage der zunehmend verfügbaren modernen Maschinensysteme der Pflanzenproduktion wurde mit der Einführung industriemäßiger Produktionsmethoden und der Intensivierung in der Pflanzenproduktion begonnen. In der Tierproduktion war ein erheblich größerer Investitionsaufwand notwendig. Dazu wurden den Genossenschaften die Bildung „Kooperativer Abteilungen Pflanzenproduktion“ (KAP) mit etwa 5.000 ha LN empfohlen. Ihre Bildung wurde durch die Bereitstellung entsprechender Technik und finanzieller Mittel stimuliert.  Für die in den KAP tätigen Genossenschaftsbauern und Arbeiter war die Einführung einer steigenden, einheitlichen Geldvergütung ein besonderer Anreiz. Außerdem mussten sie nicht auf die Vorteile der sie delegierenden Genossenschaften bezüglich der Nutzung einer individuellen Fläche und von Naturalleistungen verzichten.

 

Die ersten KAP entstanden in den Jahren 1968/69. Ende 1973 bewirtschafteten sie 70 Prozent und Mitte 1975 bereits 88 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.[23] Ein Grundproblem bei dieser Entwicklung bestand darin, das die Verantwortung der kooperierenden LPG, und VEG gegenüber ihrer KAP dadurch nicht aufgehoben wurde. Sie nahmen sie durch die Beratung der gemeinsamen Probleme im Kooperationsrat war. Hier verständigten sie sich über die der KAP zugeordneten Fonds, den zu realisierenden Produktions- und Finanzplan sowie über die Ausgestaltung der Vertragsbeziehungen zwischen den Kooperationspartnern. Der genossenschaftliche Charakter der Produktion kam auch darin zum Ausdruck, dass die Kooperationspartner eigenverantwortlich die Verrechnungspreise für ihre gegenseitigen Lieferungen und Leistungen vereinbarten. Der Kooperationsrat war auch der Ort, an dem die Investitionsvorhaben bei den einzelnen Partnern abgestimmt wurden. Meist wurde auch ein gemeinsamer Investitionsfonds beim Kooperationsrat eingerichtet. Die Entscheidungen des Kooperationsrates, die Einfluss auf die wirtschaftliche Tätigkeit der kooperierenden LPG hatten, bedurften der Zustimmung der Mitgliederversammlungen der jeweiligen LPG.

 

Da in den KAP häufig Arbeiter aus VEG und LPG- Mitglieder zusammenwirkten, erhielten die Arbeiter 1975 das Recht, sich in den KAP und später in den LPG der Pflanzenproduktion gewerkschaftlich zu organisieren und die gewerkschaftlichen Rechte wahrzunehmen. Zugleich erhielten sie das volle Stimmrecht in den Vollversammlungen der KAP bzw. LPG Pflanzenproduktion.

 

In einem weiteren Entwicklungsschritte bildeten sich ab 1975 die KAP in LPG Pflanzenproduktion um. 1980 bestanden1017 LPG Pflanzenproduktion und 64 VEG Pflanzenproduktion.[24] Ab 1978 arbeiteten sie nach einem neuen Statut. Mit ihm wurden die sozialpolitischen Maßnahmen sowie die Arbeits- und Lebensbedingungen schrittweise an die der Beschäftigten der volkseigenen Betriebe angenähert. Als wichtigstes Merkmal genossenschaftlichen Wirtschaftens blieb erhalten, dass die Vergütung in stärkerem Maße als in Industrie vom Betriebsergebnis abhängig war. Das führt dazu, dass die Vergütung für gleiche Arbeit zwischen den LPG stark differierte. Die LPG waren zwar in die gesamtstaatliche Planung eingebunden, sie besaßen aber einen großen Handlungsspielraum bei der Verwendung der eigenen Investitionsmittel. Da die Möglichkeiten zur Erhöhung der Arbeitseinkommen durch staatliche Regelungen begrenzt war, bemühten sich die LPG durch kostengünstige Sozialleistungen die Arbeits- und Lebensbedingungen ihrer Beschäftigten zu verbessern. Sie schufen Sozialbereiche für die Urlaubs- und Feriengestaltung, die Speiseversorgung, die kulturelle Betreuung, die Freizeitgestaltung und den Sport, bis hin zur Finanzierung von Einrichtungen der Gemeinden (Arztstationen, Kulturhäuser, Wegebau usw.). Die LPG waren ökonomische, soziale und kulturelle Zentren auf den Dörfern. In den Gemeindevertretungen verfügten sie über einen starken Einfluss. Sie prägten nachhaltig die Dorfgemeinschaft, meist über das Territorium mehrerer Dörfer.

 

Die Herausbildung der auf die Tierproduktion spezialisierten LPG, VEG, ZGE und ZBE vollzog sich wegen des Investitionsaufwandes wesentlich langsamer. 1978 wurden erst ca. 12 Prozent der Kühe, 16 Prozent der Kälber, 21 Prozent der weiblichen Jungrinder und 28 Prozent der Mastschweine in industriemäßigen Anlagen der Tierproduktion gehalten. Bei der Milchproduktion waren bei der Milchgewinnung ca. 100, bei der Fütterung 58 und bei der Entmistung 64 Prozent mechanisiert.[25] Allerdings fand ein erheblicher Konzentrationsprozess bei den Betrieben statt. Die Anzahl der Tierproduktionsbetriebe (LPG, ZBE, ZBE) ging von 9009 im Jahre 1970 um ca. 60 Prozent auf 3570 im Jahre 1979 zurück. Davon produzierten 2887 als LPG.

 

Die wirtschaftliche Tätigkeit der Zwischengenossenschaftliche  und Zwischenbetrieblichen Einrichtungen  - ZGE und ZBE erfolgte mit Hilfe der Produktionsmittel, die von den VEG und LPG als Trägerbetriebe bereitgestellt worden waren. Das Betriebsergebnis wurde den Trägerbetrieben zugerechnet. Die Trägerbetriebe entschieden über seine Verwendung. Es wurde ganz oder teilweise wieder in den ZBE/ZBE eingesetzt oder wurden in die Trägerbetriebe überführt. Die in den ZGE/ZBE Beschäftigten waren Arbeiter oder delegierte Genossenschaftsmitglieder. Ihre Mitgliedschaft und ihre damit verbundenen Rechte und Pflichten in der Träger-LPG blieb erhalten. Sie hatten z.B. Anspruch auf eine gezahlte Jahresendprämie in ihrer Träger-LPG. Mit der Umwandlung von ZGE in selbständige LPG traten diese Betriebe in die Rechtsnachfolge der LPG ein, die ihre Mitglieder delegiert hatten.

 

Eine spezielle Entwicklung war der Aufbau der „Kombinate industrielle Mast“ (KIM) Sie sollten Pionierarbeit für zukünftige Produktionseinheiten leisten.1979 bestanden 33 KIM für die Produktion von Hühnereiern, Mastrindern und Mastschweinen.[26]

 

Im Prozess der Arbeitsteilung und Kooperation wuchs auch die Rolle der Agrochemischen Zentren (ACZ), die sich als wirksame Instrumente für einen effizienten Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie des Umweltschutzes erwiesen. Sie führten eine Schlagkartei mit einer Vielzahl schlagbezogener Daten und machten Bodenuntersuchungen, um eine vom Nährstoffversorgungsgrad abhängige Düngung durchzuführen. 1975 bestanden 291 ACZ. Davon arbeiteten 259 als ZBE der LPG und 32 gehörten der BHG. Sie waren in der Lage, 75 Prozent der benötigten Düngermengen verlustarm zu lagern.[27] Sie beschäftigten etwa 25.000 Arbeiter und Genossenschaftsbauern.

 

Auch in den 156 KfL arbeiteten von den mehr als 50.00 Beschäftigten ca. 16.000 ständig delegierte Genossenschaftsmitglieder.[28]

 

Schließlich wurden auch die Kapazitäten der Meliorationsgenossenschaften ausgebaut. 1978 gab es 162 Meliorationsgenossenschaften als zwischenbetriebliche Einrichtungen die fast 15.000 Berufstätige beschäftigten und eng mit den VEB Meliorationsbau zusammenarbeiteten.

 

Als zwischenbetriebliche Einrichtungen wirtschafteten 1979 auch 228 Trocknungsbetreibe und 131 Pelletieranlagen.[29]

 

Der Konzentrationsprozess in der Landwirtschaft und die Spezialisierung der Betriebe ermöglichte, die ökonomische, organisatorischen und vertraglichen Beziehungen zwischen den Agrarbetrieben und den Verarbeitungsbetrieben enger zu gestalten. Als eine spezielle Organisationsform dafür wurden ab 1967/1968 erzeugnisorientierte Kooperationsverbände für Fleisch, Milch, Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse gegründet. Sie ermöglichten die planmäßige Gestaltung der vertikalen Kooperation über mehrere Produktionsstufen hinweg z.B. von der Futterbereitstellung über die Ferkel- Läufer- und Mastschweinproduktion bis zur Verarbeitung. Sie berieten über Zuchtprogramme, optimale Technologien, Qualitätsmaßstäbe und koordinierten Investitionsmaßnahmen und die weitere Profilierung der jeweiligen Stufenproduzenten. 1977 bestanden 334 Kooperationsverbände für 13 Produktionslinien von der Milcherzeugung bis zu Zierpflanzenproduktion. Sie organisierten in über 500 Kooperationsläden die Direktversorgung von Verbraucherzentren.

 

Im Ergebnis dieses Entwicklungsschrittes trat eine grundsätzliche Änderung in der Stellung der Beschäftigten in den in hohem Maße spezialisierten Agrargenossenschaften der Pflanzen und Tierproduktion und ihren kooperativen Einrichtungen ein:

 

·        Ein immer kleiner werdender Teil der LPG-Mitglieder war Landeinbringer. Häufig arbeiteten sie in der Genossenschaft nicht mehr mit. Aus dem Eigentum an Boden erwuchsen außer den geringen „Bodenanteilen“ keine relevanten, spezifischen Rechte und Pflichten der Landeinbringer gegenüber anderen Mitgliedern. Durch den dynamischen Strukturwandel arbeiteten die Landeinbringer (wenn sie überhaupt noch berufstätig waren) nicht selten in Betrieben, die nicht die Verantwortung über die Verwaltung des eingebrachten Bodens hatten, z.B. In der LPG Tierproduktion oder im ACZ.

·        LPG-Mitglieder, die nicht Landeinbringen waren, stammten oft nicht aus einer bäuerlichen Familie. Sie besaßen kein privates Eigentum an Produktionsmitteln. Ihr Verhältnis zum genossenschaftlichen Eigentum unterschied sich kaum vom Verhältnis der Industriearbeiter zum Volkseigentum.

·        Die innergenossenschaftliche Demokratie wurde durch die LPG-Mitglieder vor allen über die Entscheidungen der Vollversammlung wahrgenommen, die unmittelbar ihre Arbeits- und Lebensbedingungen beeinflussten. Diesbezüglich war eine starke Annäherung an die Regelungen in der volkseigenen Wirtschaft eingetreten. Der Entscheidungsspielraum der LPG über ihre gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung war zwar größer als in den volkseigenen Betrieben, hing aber zugleich auch in stärkerem Maße von den ökonomischen Ergebnissen ab. Deshalb festigten sich mit der wachsenden ökonomischen Stärke der LPG die  sozialen Bindungen der Beschäftigten an Ihre LPG.

·        An den genossenschaftlichen Entscheidungen waren Nichtmitglieder weitgehend gleichberechtigt beteiligt. Damit wurden die Unterschiede zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern stark verwischt. DDR-weite Daten über die Anzahl der Nichtmitglieder in den LPG sind nicht bekannt.

·        Mit der Spezialisierung der Produktion entwickelten sich hoch qualifizierte Beschäftige für ihren jeweiligen Tätigkeitsbereich, sowohl in der Produktion, als auch in der Leitung, der Verwaltung und den Betreuungsbereichen. Trotz umfangreicher Beratungstätigkeit in Vorständen, Kooperationsräten, Abteilungs- und Brigadeversammlungen wuchsen für den einzelnen Beschäftigten in der LPG die Schwierigkeiten, das Gesamtgeschehen in der LPG zu überblicken und aktiv mitzugestalten. In vielen LPG waren mehrere Hundert Menschen beschäftigt.

·        Viele Genossenschaftsmitglieder waren in Betriebe delegiert worden, die von der Betriebsform her keine Genossenschaften waren. Obwohl sie eine Reihe ökonomischer Vorteile aus der weiterhin bestehenden Mitgliedschaft hatten, lockerte sich das Verhältnis zu ihrer delegierenden LPG. Ihre Interessen wurden in zunehmendem Maße durch die Arbeit an ihrem Einsatzort bestimmt.

 

Damit war es schon Ende der 70er Jahre schwierig zu definieren, welcher klassenmäßige Unterschied zwischen einem Arbeiter und einem Genossenschaftsbauern besteht. Im allgemeinen Sprachumgang wurden die LPG-Mitglieder (häufig sogar alle in den LPG Beschäftigten) in die Klasse der Genossenschaftsbauern eingeordnet.

 

5.      1980 bis 1989

 

In den 70er Jahren waren weitgehend die Betriebsstrukturen geschaffen worden, die der weiteren Entwicklung der Produktivkräfte weiten Raum boten. Die Zielstellung der qualitativen und quantitativen Weiterentwicklung der agrarischen Produktion wurde im Beschluss XIII. Bauernkongress 1987 folgendermaßen formuliert: „Die Anwendung industriemäßiger Produktionsmethoden verstehen wir als eine neue Stufe der Beherrschung natürlicher und ökonomischer Prozesse durch zielgerichteten und komplexen Einsatz mechanischer, chemischer und biologischer Arbeitsmittel und Technologien“.[30] Die Landwirtschaft sollte in einen Zweig angewandter Wissenschaft verwandelt werden. Dabei wurde besonders hervorgehoben: Ein wichtiges Merkmal der industriemäßigen Produktion in der Landwirtschaft „ist die ständige Wiederherstellung und Erweiterung der Leistungsfähigkeit der ökologischen Systeme, ihre ökonomische Bewertung und Einordnung in den ökonomischen Produktionsprozess.“[31]

 

Bei der Mechanisierung wurden in der Pflanzenproduktion die Einzelmaschinen durch Maschinensysteme ersetzt. Da bisher zwei Drittel des Aufwandes an lebendiger Arbeit in der Landwirtschaft für Transport- und Umschlagsprozesse benötigt wurden (davon in der Pflanzenproduktion über 50 Prozent in den Monaten August bis November) flossen umfangreiche Investitionen in diesen Bereich, auch in das Wegenetz.

 

In der Tierproduktion fanden automatisierte Produktionskontroll- und –steuerungssysteme Eingang. Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Bau industriemäßiger Anlagen der Tierproduktion.

 

Von 1965 bis 1986 stieg der Grundfonds in der Land- und Forstwirtschaft von 54,3 auf 160,5 Milliarden Mark. Je Berufstätigen dieses Bereiches stieg er von 32,2 auf 171,7 Tausend Mark.[32]

 

Neue Entwicklungschancen bot den Agrarbetrieben die 1984 durchgeführte Agrarpreisreform. Sie war eine Auswirkung der zuvor durchgeführten Industriepreisreform, durch die die Preise in bessere Übereinstimmung mit dem notwendigen gesellschaftlichen Aufwand gebracht wurden. Die neuen Agrarpreise sicherten den Agrarbetrieben (bei steigenden Preisen für Industrieprodukte) eine gesellschaftlich gerechtfertigte Rentabilität (für die erweiterte Reproduktion). Sie ermöglichte den Betrieben die Analyse der realen Kostenstruktur ihrer Erzeugnisse und die Entscheidung über notwendige Maßnahmen der Erhöhung der Effektivität der Produktion. Zugleich wurde die „ökonomisch begründete Abgabe“ für die Pflanzenproduktionsbetriebe und die Gewinnabgabe für alle LPG neu geregelt.  Damit wurden Teile der Differentialrente abgeschöpft. Das trug wesentlich dazu bei, die subventionierten Endverbraucherpreise für Nahrungsmittel weitgehend beizubehalten. Mit der Agrarpreisreform wurden weitere ökonomische Regelungen eingeführt, z.B. für die Entwicklung des Vergütungsfonds der LPG.

 

Ein besonderer Entwicklungsprozess war die Erprobung weiterer Schritte der Vergesellschaftung der Produktion durch die Schaffung von „Agrar-Industrie-Vereinigungen“ (AIV). Sie ordneten sich in den Übergang zur Kombinatsbildung in der übrigen Volkswirtschaft ein. In den AIV sollten die vielfältigen Kooperationsbeziehungen zwischen den sehr unterschiedlichen, arbeitsteilig wirtschaftenden, den vor und nachgelagerten Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion, der Stufenproduktion und der Dienstleistungen für die Landwirtschaft  und ihre Betreibe unter eine einheitliche Leitung gestellt werden. Diese Aufgabe konnte durch die Räte der Kreise nicht wahrgenommen werden, da viele Wirtschaftsbeziehungen nicht zu ihrem Kompetenzbereich gehörten. Tendenziell sollten die AIV an die Stelle der Räte für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft treten. Damit sollten zugleich das Zusammenwirken mit den Kombinaten für den Bereich Landtechnik, Landbau, Meliorationswesen; Agrochemie sowie den Kombinaten des Vorleistungsbereichs und der Nahrungsgüterwirtschaft verbessert werden.

 

Die AIV-Bildung erfolgte unter Beibehaltung der Struktur der Agrarbetriebe (LPG, ZGE, ZBE und andere zwischenbetriebliche Einrichtungen). Allerdings fand eine Vereinheitlichung der betriebswirtschaftlichen und zwischenbetrieblichen Regelungen statt. Der genossenschaftliche Charakter der Betriebe wurde immer mehr durch die für die volkseigene Industrie adäquaten Regelungen überdeckt (vor allem auf dem Gebiet der Arbeitsvergütung). Im Ergebnis wäre ein weitgehend einheitliches Volkseigentum entstanden, wäre die Klasse der Genossenschaftsbauern in der Arbeiterklasse aufgegangen.

 

Mit der Entwicklung in den 80er Jahren konnte eine stabile  (wenn auch nicht immer qualitätsgerechte) Versorgung der Bevölkerung der DDR mit Nahrungsgütern erreicht werden. Die Produktionsleistungen der Land- und Nahrungsgüterwirtschaft verhinderten imperialistische Erpressungsversuche auf diesem Gebiet.[33] Mit der Nahrungsgüterproduktion leistete die Landwirtschaft auch einen wichtigen Beitrag bei der Vermeidung von Außenhandelsengpässen.

 

Zum Ende der 80er Jahre gab es unter Agrarwissenschaftlern erste Überlegungen, wie der sich abzeichnenden landwirtschaftlichen Überproduktion zu begegnen wäre.

 

Auch in dieser Etappe kam es zu wesentlichen Veränderungen der Klasse der Genossenschaftsbauern.

 

Von 1979 mit 909.867 ständigen Berufstätigen in der sozialistischen Landwirtschaft erfolgte bis 1986 einen Rückgang um ca. 47.000 auf 863.017[34]. Doch wurde der Rückgang gebremst durch die Ausdehnung des Sozialbereichs in den LPG und die Einführung einer Regelung, bei der die Entwicklung des Vergütungsfonds von der Anzahl der Beschäftigten in der LPG abhängig gemacht worden war. Bis 1989 sank  ihre Anzahl auf 819.714[35]

1989 waren von den 912.488 Mitgliedern von LPG nur 658.693 ständig mitarbeitend[36]. 18.676 Mitglieder waren in kooperative Einrichtungen oder VEG delegiert. Viele Landeinbringer waren noch Mitglied der LPG aber nicht mehr berufstätig.

 

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Sozialleistungen ermöglichte auch einen hohen Frauenanteil an den Berufstätigen in der Landwirtschaft. Er betrug 1986 38,5 Prozent (Industrie 41,4).[37]

 

Für die Charakteristik der Genossenschaftsbauern ist auch die von ihnen ausgeübte Tätigkeit wesentlich. Nach der Statistik von 1990[38] waren von der 819.714 Berufstätigen  in der volkseigenen und genossenschaftlichen Landwirtschaft

-         40.887 in der Leitung,

-         44.823 in der Verwaltung,

-         60.045 in der Berufsausbindung,

-         39.748 als Brigadeleiter und

-         635.637 in der Produktion davon

154.347 in der Pflanzenproduktion,

245.430 in der Tierproduktion,

  84.129 in Werkstätten sowie

-          52.574 im kulturellen und sozialen Bereich

tätig.

 

Entscheidende Veränderungen brachte die Entwicklung der Landwirtschaft für den Ausbildungsstand der in der sozialistisch Landwirtschaft ständig Beschäftigten. Verfügten 1960 nur 5,9 Prozent über einen Berufsabschuss, stieg ihr Anteil bis 1985 auf 90,5 Prozent. 8,8 Prozent hatten einen Hoch- oder Fachschulabschluss. 1989 betrug der Ausbildungsstand 94,1 Prozent, 2,9 Prozent der ständig Beruftätige hatten einen Hochschul-, 6,7 Prozent einen Fachschul-, 6,9 Prozent einen Meisterabschluss.[39]

 

II. Die Transformation der sozialistischen Landwirtschaft in die kapitalistische der BRD

 

Die Landwirtschaft der DDR ging mit folgenden Daten in den Transformationsprozess.[40]

 

Wirtschaftsfläche: 10.832.850 ha; LN: 6.171.269 ha

Von VEG bewirtschaftete LN:                                  446.397 ha

Von LPG bewirtschaftete LN:                                5.346.203 ha

Volkseigene Güter: 464

Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften: 3.844

            davon Pflanzenproduktion   1162

            davon Tierproduktion                      2.682

KAP:                                                                                      2

ZBE Tierproduktion:                                                169

Gärtnerische Produktionsgenossenschaften:                  199

ACZ                                                                                      264

 

Ständig Beruftätige in der Landwirtschaft                                        834.108

darunter weibliche                                                                   323.708

Mitglieder Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften: 921.488

            darunter weiblich                                                                     412.375

            darunter ständig mitarbeitende Mitglieder                                   658.693

            darunter ständig mitarbeitende Mitglieder, weiblich                   245.470

darunter

Mitglieder von LPG Pflanzenproduktion                               415.096

            darunter weiblich                                                                     173.705

                        darunter ständig mitarbeitende Mitglieder                       293.433

darunter ständig mitarbeitende Mitglieder, weiblich         94.345

Mitglieder von LPG Tierproduktion                                       451.580

                        darunter weiblich                                                                 209.992

                        darunter ständig mitarbeitende Mitglieder                       318.646

                        darunter ständig mitarbeitende Mitglieder, weiblich       127.975

delegierte Mitglieder                                                                22.286

darunter ständig mitarbeitende Mitglieder                         18.676

            darunter ständig mitarbeitende Mitglieder, weiblich           7.501

Ständig Berufstätige in ACZ                                                                27.000

 

Durchschnittliches monatliches Bruttoarbeiteinkommen der vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten in volkseigenen Betrieben der Landwirtschaft:         1250 Mark

Anzahl der Berufstätigen mit Hoch- und Fachschulabschluss in der volkseigenen und genossenschaftlichen Landwirtschaft:                                                 78.929

 

Viehbestand: (in Tausend)                                                            Besatz in St./100 ha

            Rinder                                                                       5.724,4                     92,8

                        darunter Kühe                                              2.000.6                     32,4

            Schweine                                                      12.012,7                    194,7

            Schafe                                                            2.602,7                    42,2

            Geflügel                                                        49.269,7                   

            darunter Legehennen                                  24.865,8                    402,9

 

Bei dem durch die Bundesregierung diktierten Transformationsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft ging es um:

 

·        die Beseitigung der genossenschaftlich-sozialistischen Eigentumsverhältnisse,

·        die Restitution ehemaliger Eigentumsverhältnisse,

·        die Schaffung einer auf Privateigentum gegründeten Landwirtschaft, wenn möglichst in Form der in Westdeutschland existierenden Betriebe als Haupt- und Nebenerwerbslandwirten und

·        die Beseitigung der ostdeutschen landwirtschaftlichen Konkurrenz.

 

Das Instrument dafür war das „Landwirtschaftsanpassungsgesetz“, das noch von der Volkskammer beschlossen und mit Wirkung von 29. Juni 1990 in Kraft gesetzt wurde. Durch mehrere Novellierungen und Zusatzgesetze wurde es durch den Bundestag nachträglich erheblich verschärft.

 

Die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes waren:

·        Jedes LPG-Mitglied kann seine Mitgliedschaft kündigen (§ 43)

·        Rückgabe der Flächen und Hofstellen (§ 45)

·        Es ist eine Vermögensauseinandersetzung durchzuführen (§ 44). Der Unteilbare Fond der LPG und die Beteiligungen an zwischenbetrieblichen Einrichtungen sind zu individualisieren. Dabei sind zu berücksichtigen:

- die Nutzung des in die LPG eingebrachten Bodens und der Inventarbeiträge

- die in der LPG erbrachten Arbeitsleistungen.

·        Die LPG hat den Erwerb der umgewandelten Anteile eines Mitglieds gegen eine angemessene Barabfindung anzubieten. (§ 36)

·        Die LPG ist in eine Unternehmensform umzuwandeln, die dem bundesdeutschen Unternehmensrecht entspricht. (§ 23 ff)

·        Das LPG-Gesetz tritt mit Wirkung vom 01.01.1992 außer Kraft. Bis zum 31.12 1991 nicht umgewandelte LPG und kooperative Einrichtungen sind Kraft Gesetz aufgelöst (§ 69)

 

Weiter Zerstörungsinstrumente waren

 

·        die Vergabe von niedrigen Milchquoten;

·        die Beibehaltung der Altschulden,

·        die Überschwemmung des Marktes mit westdeutschen Agrar- und Lebensmittelüberschüssen;

·        die Zerstörung der zwischenbetrieblichen Einrichtungen und der Kooperationsbeziehungen;

·        die Trennung der Dienstleistungs- und Sozialeinrichtungen von den Betrieben, was in den meisten Fällen deren Liquidation bedeutete;

·        die Entscheidungsunsicherheit für die Nachfolgebetriebe durch die mehrfache Novellierung vor allem des EALG und anderer Gesetze;

·        die falsche Beratung der Betriebe durch westdeutsche „Spezialisten“;

·        der mediale Druck, der gegen die Agrargenossenschaften und ihre ehemaligen Leiter entfacht wurde;

·        der Streit um die Bodenpacht.

 

Was waren zusammengefasst die Hauptergebnisse des Transformationsprozesses?

 

1.      Aus 4.308 LPG und VEG entstanden über 30.000 neue Agrarbetriebe.

 

2.      Nur eine geringe Anzahl von Bauern wagte als Wiedereinrichter den Sprung in die Selbständigkeit. Sie verfügten neben dem Boden nicht über die entsprechenden Produktionsmittel und fürchteten sich vor einer Verschuldung. Daneben wurden sogenannte Neueinrichter aktiv. Ihre Einzelbetriebe entstanden zum Teil aus der Verkleinerung oder Auflösung von LPG und VEG und der Übernahme ehemals genossenschaftlicher oder volkseigener Produktionsmittel. Hier betätigten sich auch ehemalige Großgrundbesitzer, finanzkräftige Bauern aus Westdeutschland und anderen EU-Länder.

Ende der 90er Jahre gab es ca. 8.600 Haupterwerbsbetriebe und ca. 18.400 Nebenerwerbsbetriebe. Ihre durchschnittliche Betriebsgröße betrug ca. 49,3 bzw. 14,6 ha. Sie bewirtschafteten ca. ein Viertel der LF. In den neu entstandenen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben arbeiten ca. 40.000 Familienarbeitskräfte. Davon sind allerdings nur ca. 10.000 vollbeschäftigt.[41]

Weiterhin entstanden ca. 3.000 Personengesellschaften in der Form von Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), Offenen Handelsgesellschaften (OHG), Kommanditgesellschaften (KG) u.a. Sie haben eine durchschnittliche Betriebsgröße von über 400 ha und bewirtschaften ca. 22 Prozent der LF.

Die meisten LPG beschritten den Weg der Umwandlung in die Rechtsform juristische Person. Diese knapp 3.000 Betriebe bewirtschaften mit einer durchschnittlichen Größe von über 1.000 ha ca. 54 Prozent der LF. In diese Gruppe der Juristischen Personen  zählen ca. 1.200 eingetragene Genossenschaften (e.G) und ca. 1.500 Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). Hinzu kommen 58 Aktiengesellschaften und ca. 100 sonstige juristische Personen.

Unter Einbeziehung der Personengesellschaften bewirtschaften die juristischen Betriebe dreiviertel der LF. Die durchschnittliche Betriebsgröße beträgt ca. 1400 ha bei einem Pachtanteil von fast 90 Prozent. Je Unternehmen sind etwas über 25 Arbeitkräfte beschäftigt.[42] Unabhängig davon, ob sie Mitglieder einer Genossenschaft sind, werden sie über Löhne oder Gehälter vergütet.

 

3                    Viele der Haupterwerbsbetriebe wirtschaften als reine Pflanzenproduktionsbetriebe. Insgesamt ist der Viehbestand etwa um die Hälfte zurückgegangen.

 

4.                  Gab es 1989 in der Landwirtschaft noch 834,1 Tausend ständig beschäftigte Berufstätige, ist deren Anzahl bis 2003 auf 83,4 Tausend ständig beschäftigte Arbeitskräfte zurückgegangen – 10 Prozent des Standes von 1989. 45,2 Tausend waren 2003 zeitweilig beschäftigt. Eine sich verstärkende Tendenz ist die Zunahme von Saisonarbeitskräften. Ihre Anzahl ist von 9 Tausend im Jahre 1993 auf 38 Tausend im Jahre 2003 gestiegen.[43] Insgesamt sind in der ostdeutschen Landwirtschaft etwas über 160 Tausend Arbeitskräfte mit einem Arbeitsvermögen von 100.000 AK-Einheiten beschäftigt. Heute ist der AK-Besatz je 100 ha in Ostdeutschland nur etwa halb so hoch wie in Westdeutschland.

 

Diese quantitativen Fakten charakterisieren zugleich qualitative Veränderungen:

 

1.      In Ostdeutschland entstand eine Agrarstruktur, die sich grundlegend von der in Westdeutschland unterscheidet, die einmalig auf der Welt ist. Es ist eine Agrarstruktur entstanden, die in einem Höchstmaß günstige Bedingungen für die Kapitalisierung der Landwirtschaft bietet. Die Betriebsgröße ermöglicht den Einsatz moderner Produktionsmittel, die Rationalisierung der Arbeitsprozesse und die weitere Einsparung von lebendiger Arbeit. Auch für die Einzelbetriebe im Haupterwerb bieten sich günstige Chancen, im Verdrängungswettbewerb zu überleben. Ein Weg dabei kann auch der Ausbau der Kooperationsbeziehungen mit den juristischen Unternehmen und die Nutzung von Maschinenringen[44] sein.

Es ist nicht richtig zu behaupten, dass die genossenschaftlichen Betriebe den Strukturwandel besser überstanden hätten, als die volkseigene Industrie. Statt einer fast hundertprozentigen Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsgüter liegt der Beitrag der ostdeutschen Agrarbetriebe heute z.T. unter 50 Prozent. Bis 1993 verringerten sich die Rinderbestände gegenüber 1990 um 49,9 Prozent, bei Kühen um 45,3 Prozent, bei Schweinen um 63,5 Prozent und bei Schafen um 64,5 Prozent[45]. Der Unterschied zur Industrieproduktion besteht darin, dass für die Agrarproduktion ortsfester Boden notwendig ist. Industriebetriebe kann man überall errichten oder betreiben. In die Hülle der „umgebauten Agrarbetriebe“ sind ost- und westdeutsche Kapitaleigner geschlüpft, die es verstehen, die Größenpotenz wirksam im Konkurrenzkampf einzusetzen und dabei auch die umfangreiche EU-Unterstützung abzufangen.

2.      Der Einfluss der Bodenbesitzer und der Mitglieder in Genossenschaften gestaltet sich neu. Sie treten als Verpächter bzw. als Kapitalgeber auf. In dieser Eigenschaft haben sie (wie Aktionäre) vor allem ein Interesse an einer hohen Pacht und der Verzinsung ihres Kapitals. Die e.G. selbst unterlieg dem Prinzip der Konkurrenz und der Gewinnmaximierung. Schrittweise verwischen die Unterschiede zwischen GmbH und e.G. Tendenziell arbeiten einflussreiche Kräfte auf die Verringerung der Anzahl der Mitglieder der Genossenschaft (mindestens 7) hin (vor allem durch das Angebot der Barabfindung), oder sie versuchen die Kompetenzen der Geschäftsführung und des Vorstandes auf Kosten der Mitgliederrechte zu erweitern[46]. Da die Beschäftigten in e.G. nicht Mitglieder sein müssen bzw. Mitglieder z.T. gar nicht in der e.G. arbeiten, andererseits die Arbeitsvergütung über Lohn erfolgt, reduziert sich das Interesse der Mitglieder immer stärker auf die kapitalistische Profitmaximierung. Mit der Integration in die kapitalistischen Produktionsverhältnisse wurden die e.G. zu einer kapitalistischen Unternehmensform unter anderen. Sie haben ihren Charakter als eine besonders günstige Keimzellen zukünftiger sozialistischer Eigentumsverhältnisse verloren. Die Genossenschaften werden in der imperialistischen Entwicklungsetappe des Kapitalismus zu einem Ausbeutungsbetrieb umgestaltet.

3        Sowohl die Haupterwerbsbetriebe als auch die juristischen Personen werden ihren Charakter als kapitalistische Agrarbetriebe weiter ausprägen. Insbesondere wird der Anteil der „familienfremden“ und lohnabhängig Beschäftigten weiter steigen. Soweit die lohnabhängig Beschäftigten über Bodeneigentum oder Kapitalanteile verfügen, muss man zwei Gruppen unterscheiden:

 

·        jene, die auf Grund der Größe ihres Vermögens in der Lage sind, ihr Kapital für die Dominierung der unternehmerischen Entscheidungen einzusetzen und es zu vermehren und

·        jene, die befürchten müssen, es zu verlieren.

 

Diese Differenzierung wurde bei der Betriebsumwandlung der LPG besonders deutlich. Eine Vielzahl der „kleinen Kapitalbesitzer“, die im Ergebnis der „Privatisierung der LPG-Fonds“ entstanden waren, haben sich ihr „Kapital“ über eine Barabfindung auszahlen lassen und damit ihr Mitgliedsverhältnis beendet.

 

Die Nebenerwerbslandwirte erwirtschaften den geringeren Teil ihres Einkommens durch Agrarproduktion. Hinsichtlich ihrer Klassenstellung machen sie eine differenzierte Entwicklung durch, aber weg von ihrer Stellung als Bauer. Der weiter bestehende Bodenbesitz wird in wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeiten zu einem letzten „Notgroschen“: In der Pflanzenproduktion lassen sich fast alle Arbeiten über Fremdleistungen organisieren (Maschinenringe). Für Personen mit genügend Kapital bzw. hohem Einkommen kann der Nebenerwerbsbetrieb auch ein Hobby sein.

 

Entsprechend der Zielstellung der Klassenanalyse bleibt die Frage zu beantworten:

 

Gibt es in Ostdeutschland eine Klasse der Bauern bzw. der Genossenschaftsbauern?

 

Bei der Antwort muss berücksichtigt werden, welche weitere Entwicklung die Agrarproduzenten zukünftig nehmen werden.

 

Die Klassenanalyse hat aufzudecken, warum eine große Gruppe von Menschen über gemeinsame Interessen verfügt und deshalb zu gemeinsamen solidarischen, politischen Aktionen fähig ist. Bei der immer vorhandenen Widersprüchlichkeit der Interessen innerhalb einer Klasse muss es um die Aufdeckung der objektiven  Grundinteressen gehen die sich aus der Stellung im gesellschaftlichen Produktionsprozess ergeben.[47]

 

Marx charakterisiert den Bauern als  Produzent, der „keine Arbeiter anwendet, also nicht als Kapitalisten produziert. Sie sind ein Überbleibsel früherer Gesellschaftsordnungen.“ Dass der Bauer sich „das ganze Produkt seiner eigenen Arbeit selbst aneignen kann und nicht von einem Kapitalisten angeeignet wird, ... verdankt er nicht seiner Arbeit – die ihn nicht von anderen Arbeitern unterscheidet -, sondern dem Besitz der Produktionsmittel.“

 

„Der Bauer, der mit seinen eigenen Produktionsmitteln produziert, wird sich entweder nach und nach in einen kleinen Kapitalisten verwandeln, der auch fremde Arbeit ausbeutet, oder er wird seiner Produktionsmittel verlustig gehen …und in einen Lohnarbeiter verwandelt werden. [48]

 

Ausgehend von dieser Klassencharakteristik hat sich die „Klasse der Bauern“ in Ostdeutschland auf die etwa 10.000 Inhaber von Haupterwerbsbetrieben verringert. Durch den Verdrängungswettbewerb werden sie sich weiter zu Agrarkapitalisten entwickeln oder (eventuell über die Zwischenstufe Nebenerwerbslandwirt) aus der Landwirtschaft  und als Bauer ausscheiden. Aus der geringen Anzahl von „werktätigen Bauern“ kann von einer „Bauernklasse“ in Ostdeutschland nicht mehr gesprochen werden.

 

Nach wie vor gibt es in Ostdeutschland mehrere hunderttausend Menschen, die Bodenbesitzer sind. Der geringste Teil von ihnen ist Agrarkapitalist. Er kann sein Bodeneigentum nicht eigenverantwortlich zur Ausbeutung fremder Arbeit benutzen. Die Masse von ihnen ist nur Verpächter und nicht Produzent. Wenn sie berufstätig sind, dann sind sie lohnabhängig beschäftigt. Das gilt auch, wenn sie in einem Agrarbetrieb arbeiten.

 

Die Klasse der Genossenschaftsbauern der DDR, die schon weitgehend auf dem Wege war, sich mit der Arbeiterklasse zu vereinen, ist ebenfalls verschwunden. Wenn ein ehemaliger Genossenschaftsbauer den Sprung zum Mitglied einer e.G. geschafft hat, dann ist er entweder Agrarkapitalist, wenn er mit seinem Kapital nachhaltig die Unternehmensstrategie bestimmt, oder er ist Agrararbeiter, der seine Arbeitskraft verkaufen muss.

 

Von den noch ca. 80.000 vollbeschäftigten Personen in der ostdeutschen Landwirtschaft dürfte die überwiegende Mehrheit zusammen mit den Arbeitslosen Landarbeitern der Klasse des Landproletariats zuzuordnen sein.

 

Auf der Grundlage dieser Situation und der sich weiter vollziehenden kapitalistischen Entwicklung der Landwirtschaft wird zukünftig das Bündnis der Arbeiterklasse mit den Bauern in Ostdeutschland (und wie zu zeigen wäre auch in Westdeutschland) nicht zu den strategischen Aufgaben einer kommunistischen Partei gehören. Kommunistische Politik auf dem Lande muss darauf gerichtet sein, den Beschäftigten, die ihren Hauptlebensunterhalt durch den Verkauf ihrer Arbeitskraft sichern, zu helfen, sich ihrer sozialen Stellung bewusst zu werden, sich zu organisieren (z.B. in den Gewerkschaften) und für ihre Interessen zu kämpfen.

 

Bezüglich der Agrarpolitik muss sich eine kommunistische Partei darüber klar sein, dass die Sicherung der Ernährung der Bevölkerung, verbunden mit dem Schutz der Gesundheit, der Natur, der Reproduktion ihre Ressourcen und die Gestaltung der Kulturlandschaft ein hochsensibles, für die Gesellschaft ein existenzielles Thema ist. Agrarpolitik muss deshalb untrennbarer Bestandteil kommunistischer Politik sein. Wie die aussehen muss, ist ein anderes Thema.

 



[1] Der Beitrag will vor allem den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse sowie die damit verbundene Politik des Staates auf die Entwicklung der Bauernschaft aufzeigen. Keine Berücksichtigung finden weitere Einflussfaktoren auf soziale Entwicklungen. Der Blick konzentriert sich auf Ostdeutschland und lässt international Aspekte, insbesondere die EU-Politik unberücksichtigt.

Das Datenmaterial stammt aus sehr unterschiedlichen Quellen mit unterschiedlichen Begriffsbestimmungen und Abgrenzungskriterien. Außerdem bezieht sich nicht einheitlich auf den gleichen Zeitraum. Damit gibt es widersprüchliche Angaben. Diese Schwierigkeiten verhindern jedoch nicht die qualitative Analyse und von Tendenzaussagen.

[2]  In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens  gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von  ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. …Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. (Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie, MEW Bd. 13, S. 8-9)

[3] F. Engels: Die Bauernfrage in Frankreich und Deutschland, MEW Bd. 22, S. 486

[4] F. Engels: Die Bauernfrage in Frankreich und Deutschland, MEW Bd. 22, S. 488

[5] ebenda S. 489

[6] ebenda S. 499

[7] ebenda S. 492

[8] ebenda S. 493

[9] ebenda S. 494-495

[10] Abgesehen von den Unterschieden in den natürlichen Energien und den erworbenen Arbeitsgeschicken verschiedner Völker muß die Produktivkraft der Arbeit in der Hauptsache abhängen:

1. von den Naturbedingungen der Arbeit, wie Fruchtbarkeit des Bodens, Ergiebigkeit der Minen usw.

2. von der fortschreitenden Vervollkommnung der gesellschaftlichen Kräfte der Arbeit, wie sie sich herleiten aus Produktion auf großer Stufenleiter, Konzentration des Kapitals und Kombination der Arbeit, Teilung der Arbeit, Maschinerie, verbesserten Methoden, Anwendung chemischer und andrer natürlicher Kräfte, Zusammendrängung von Zeit und Raum durch Kommunikations- und Transportmittel und aus jeder andern Einrichtung, wodurch die Wissenschaft Naturkräfte in den Dienst der Arbeit zwingt und wodurch der gesellschaftliche oder kooperierte Charakter der Arbeit zur Entwicklung gelangt.

K. Marx: Lohn, Preis, Profit, MEW Bd. 16, S. 126-127

[11] Eberhard Schulze: 7500 Jahre Landwirtschaft in Deutschland, Photo Druck GmbH, Bitterfeld 1994, S. 213

[12] Landwirtschaft der DDR – Landwirtschaft der DDR – Theorie und Praxis, Dietz Verlag Berlin 1989, Dietz Verlag Berlin 1989, S. 249

[13] Protokolle der Verhandlungen der II. Parteikonferenz der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, 9-12. Juli 1952, Dietz Verlag, Berlin 1952, S, 494

[14] Anteil der individuellen landwirtschaftlichen Produktion am staatlichen Aufkommen 1986 in Prozent: Obst – 19,2; Gemüse – 17,0; Bienenhonig – 98,5; Schlachtkaninchen - 99,9; Gänse – 68,4; Eier – 33,9; Wolle – 33,3; Nach: Landwirtschaft der DDR – Theorie und Praxis, Dietz Verlag Berlin 1989, S. 43

[15] 1950 existierten 559 VEG mit 205.494 ha: Nach Eberhard Schulze: 7500 Jahre Landwirtschaft in Deutschland, Photo Druck GmbH, Bitterfeld 1994, S. 216

[16] Die verlassenen Höfe wurden anfangs durch die Gemeinden bewirtschaftet und 1953 zu den „Örtlichen Landwirtschaftsbetrieben“ (ÖLB) zusammengefasst.1955 gab es 26.854 verlassene Höfe in den ÖLB mit 684.057 ha, die als Volkseigentum den LPG zur Nutzung übergeben wurden. Nach Eberhard Schulze: 7500 Jahre Landwirtschaft in Deutschland, Photo Druck GmbH, Bitterfeld 1994, S.215

[17] Eberhard Schulze: 7500 Jahre Landwirtschaft in Deutschland, Photo Druck GmbH, Bitterfeld 1994, S. 238

[18] Landwirtschaft der DDR – Theorie und Praxis, Dietz Verlag Berlin 1989, S. 24

[19] „Die manufakturmäßige Teilung der Arbeit schafft durch Analyse der handwerksmäßigen Tätigkeit, Spezifizierung der Arbeitsinstrumente, Bildung der Teilarbeiter, ihre Gruppierung und Kombination in einem Gesamtmechanismus die qualitative Gliederung und quantitative Proportionalität gesellschaftlicher Produktionsprozesse, also eine bestimmte Organisation gesellschaftlicher Arbeit und entwickelt damit zugleich neue, gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit.“ In: Marx: Das Kapital, MEW Bd. 23, S. 386

[20] K. Marx: Das Kapital Band I, MEW Bd. 23, S. 407

[21] Die Landwirtschaft der DDR, Dietz Verlag Berlin 1980, Dietz Verlag Berlin 1980, Dietz Verlag Berlin 1980, S. 285

[22] ebenda S. 284

10 Punkte der Intensivierung

1. Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und noch bessere ökonomische Verwertung seiner Ergebnisse

2. Bessere Auslastung der Grundmittel

3. Volle Ausnutzung der Arbeitszeit und weitere Senkung von Ausfallzeiten

4. Weitere Erneuerung und Modernisierung der technischen Basis, wobei die überdurchschnittliche Entwicklung des zentralen Maschinenbaus einschließlich der Elektrotechnik/Elektronik eine Schlüsselfrage ist

5. Mit den zur Verfügung stehenden Investitionsfonds noch höhere Ergebnisse erzielen

6. Die Versorgung der Bevölkerung weiter planmäßig verbessern, was vor allem mit der Qualität der Erzeugnisse im engsten Zusammenhang steht

7. Effektive Außenhandelsbeziehungen beeinflussen volkswirtschaftliche Ergebnisse

8. Sicherung unserer Rohstoffbasis sowie eine qualifiziertere Materialökonomie, wobei die verstärkte Nutzung einheimischer Rohstoffe eine ständige Aufgabe ist

9. Weitere Senkung der Kosten und Durchsetzung sozialistischer Sparsamkeit

10. Die qualitativen Faktoren der Produktion entfalten, d. h. vor allem, die schöpferischen Fähigkeiten der Menschen entwickeln und qualifizierte Kader heranbilden

[23] Die Landwirtschaft der DDR, Dietz Verlag Berlin 1980, Dietz Verlag Berlin 1980, S. 301

[24] ebenda S. 306

[25] Die Landwirtschaft der DDR, Dietz Verlag Berlin 1980, Dietz Verlag Berlin 1980, S. 332

[26] ebenda S. 360

[27] ebenda S. 316

[28] ebenda S. 321

[29] Die Landwirtschaft der DDR, Dietz Verlag Berlin 1980, Dietz Verlag Berlin 1980, S. 325

[30] Beschluss des XIII. Bauernkongresses der DDR vom 21. bis 22. Mai 1887, Überarbeitetes Protokoll, Berlin 1988, S. 40

[31] Landwirtschaft der DDR – Theorie und Praxis, Dietz Verlag Berlin 1989, S. 110

[32] Landwirtschaft der DDR – Theorie und Praxis, Dietz Verlag Berlin 1989; S. 162/163

[33] Die Versorgungsstabilität aus eigener Kraft war auch der Hauptgrund dafür, dass bestimmte Intensivierungsprozesse in der Tierproduktion nicht gegangen werden konnten und ein hoher Tierbestand eine Art Lebendviehreserve bildet.

[34] Landwirtschaft der DDR – Theorie und Praxis, Dietz Verlag Berlin 1989, S. 167

[35] Statistisches Jahrbuch der Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft 1990, Statistisches Amt der DDR, S. 54

[36] Statistisches Jahrbuch der DDR 1990, Statistisches Amt der DDR, Rudolf Haufe Verlag Berlin, S. 213

[37] Landwirtschaft der DDR – Theorie und Praxis, Dietz Verlag Berlin 1989; S. 172

[38] Statistisches Jahrbuch der Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft 1990, Statistisches Amt der DDR, S. 59

[39] ebenda S. 57

[40] Statistisches Jahrbuch der DDR 1990, Statistisches Amt der DDR, Rudolf Haufe Verlag Berlin, S. 211 ff

[41] Agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung, Drucksache 15/4801, S.85

[42] ebenda S 26

[43] ebenda S. 85

[44] Inzwischen gibt es in den neuen Bundesländern schon 26 Maschinenringe

[45] Agrarwirtschaft in den neuen Ländern, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 1994, S. 6

[46] Ähnliche Tendenzen finden sich auch im Entwurf für ein EU-einheitliches Genossenschaftsrecht.

[47] „Ökonomische Widersprüche sind zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Einheit einer Klasse. Wichtige Themen zur Analyse der Klassen und der Beziehungen zwischen ihnen sind Kultur, Kampferfahrungen, Allianzen, Lebensweise, soziale Mobilität und nicht zuletzt die Bedeutung von Ideologien.“ In: Raff Dorau, Klassentheorie und Klassenanalyse Manuskript, 2003

[48] K. Marx, Theorien über den Mehrwert, MEW 26.1, 382 - 384.