Presseinformation 

Dresden, 13.02.2014:  

+++ Tätespurenmahngang schließt mit neuem Teilnehmer_innenrekord ab + bei Abschlusskundgebung deutlich mehr als 3200 Teilnehmer_innen  +++

 

Vor wenigen Minuten ging südlich des Dresdner Hauptbahnhofes der vierte Täterspurenmahngang zu Ende. Und erneut konnte die Teilnehmer_innenzahl gesteigert werden. 

Dazu erklärt der Sprecher des Bündnisses Dresden Nazifrei, Silvio Lang: 

 

"Nachdem sich schon zu Beginn mehr als 2000 Menschen auf dem Schützenplatz versammelt haben, endete der Täterspurenmhangang heute mit einem Teilnehmer_innenrekord. Mehr als 3200 Menschen nahmen schlussendlich am Stadtspaziergang zu Orten von Täterschaft in Dresden teil." 

Ziel des Täterspurenmahnganges ist es, vor allem die Dresdner_innen für die Geschichte ihrer Stadt und ihre Rolle im Dritten Reich zu sensibilisieren. Nach dem de-facto-Verbot 2011 findet der Mahngang mittlerweile zum dritten Mal statt. Nehmen mehreren tausend Menschen nahmen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Prominente am Mahngang teil. So zeigte sich Martin Dulig, Partei- und Fraktionschef der SPD-Sachsen, glücklich über die hohe Teilnehmer_innenzahl, mahnte aber auch an allen anderen Tagen im Jahr mehr Engagement an. Und Nora Goldenbogen, Vorsitzende der jüdischen gemeinde in Dresden, verurteilte nochmals die Genehmigung des gestrigen Marsches der Nazis durch das Ordnungsamt der Stadt Dresden deutlich. 

"Dresden Nazifrei ist mit dem Verlauf des 13. Februars bis hier hin sehr zufrieden, auch wenn die Ereignisse des Vorabends das Bild eintrüben. Dennoch scheint 2014 zu gelingen, was wir seit Jahren erreichen wollten: ein nazifreier 13. Februar. Wir wissen zwar, dass sich eine bestimmte Anzahl Nazis im Stadtgebiet aufgehalten hat, bislang ist die Lage aber generell wohl ruhig. Es ist jetzt an Dresden und seinen Bewohner_innen, das Erreichte auch auf alle anderen Tage im Jahr umzusetzen." so Lang abschließend. 

Pressekontakt: presse@dresden-nazifrei.com 

Pressehandy: 01573-6872276 

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Presseinformation 

Dresden, 13.02.2014:  

+++ Tätespurenmahngang mit erfolgreichem Start + erneut große Resonanz + gut 2500 Teilnehmer_innen  +++

 

Der von MdL Falk Neubert (DIE LINKE) angemeldete und vom Bündnis "Nazifrei! Dresden stellt sich quer" ausgestaltete "Täterspurenmahngang" hat sich vor wenigen Minuten erfolgreich auf den Weg gemacht. Nach ersten Schätzungen sind wieder mehrere tausend Teilnehmer_innen dem Aufruf des Bündnisses gefolgt und beteiligen sich an dem Stadtspaziergang. 

Dazu erklärt der Sprecher des Bündnisses Dresden Nazifrei, Silvio Lang: 

 

"Die erneute große Resonanz zeigt, wie wichtig vielen Menschen die kritische Perspektive in der Erinnerungskultur ist. Wie schon in den vergangenen Jahren, setzen wir damit erneut ein deutliches Zeichen für den Umgang mit dem 13. Februar in dieser Stadt. Dresden war Täterstadt und diese Perspektive kommt offensichtlich immer noch vielen Menschen zu kurz. Besonders wichtig ist aber auch, dass damit deutlich mehr Menschen gegen Naziideologie und Geschichtsrevisionismus auf die Straße gehen, als am Vorabend mit den Nazis." 

Ziel des Täterspurenmahnganges ist es, vor allem die Dresdner_innen für die Geschichte ihrer Stadt und ihre Rolle im Dritten Reich zu sensibilisieren. Nach dem de-facto-Verbot 2011 findet der Mahngang mittlerweile zum dritten Mal statt. 

Falk Neubert, Anmelder des Täterspurenmahnganges, ergänzt: 

"Der Mahngang ist ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit zum 13. Februar. Das er mittlerweile zum dritten Mal in Folge stattfinden kann, beweist auch eine große Kontinuität des Bündnisses Dresden Nazifrei. Mir ist dabei vor allem der positive Einfluss auf ein verändertes Geschichtsbewusstsein in Dresden ein wichtiges Anliegen." 

Dr. Nora Goldenbogen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, ergänzt abschließend: 

"Ich nehme ganz bewusst heute an dem Täterspurenmahngang teil, weil es mir wichtig ist, gerade am 13. Februar auf die von Dresden ausgegangenen Verbrechen des Dritten Reiches hinzuweisen." 

Pressekontakt: presse@dresden-nazifrei.com 

Pressehandy: 01573-6872276 

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Mahngang und Freudentänze

Dresden war am Donnerstag (fast) nazifrei. 3000 Antifaschisten demonstrierten

Roman Waldheim

In: junge Welt online vom 15.02.2014

Halb Dresden schien auf den Beinen am Donnerstag nachmittag, dem 13. Februar. Immer mehr Menschen kamen vor dem Volkshaus am Schützenplatz zusammen. Es gab Vorkontrollen, aber die Polizei hielt sich sichtlich zurück. Hier war der Startpunkt des »Täterspuren-Mahngangs«, vom Bündnis »Dresden nazifrei« veranstaltet. »Wir wollen ein Gedenken, das die Täterspuren sucht und nicht die Opfermythen pflegt« - dieser Kritikpunkt an der städtischen Gedenkpolitik erntete auf der Kundgebung lauten Beifall.

»Das Problem an Dresden ist, daß Geschichtsschreibung nicht als Prozeß der kritischen Auseinandersetzung aufgefaßt wird«, urteilte etwa das alternative Nachrichtenportal addn.me.

Zwangsarbeit, Kriegswirtschaft und tödliche Gewalt gegen Antifaschisten wie die Ermordung von neun Arbeitern durch die Polizei am 25. Januar 1933: Im Laufe des Mahnganges wurden sieben Orte vorgestellt, die von der Rolle der Dresdener Institutionen und Betriebe in der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie handeln. Der Demonstrationszug wuchs indessen auf über 3000 Menschen an. Als am Abend klarwurde, daß es keine rechte Demo gibt, feierten mehrere Dutzend Menschen ausgelassen auf der Prager Straße und tanzten am Lautsprecherwagen des Bündnisses »Dresden nazifrei« zu Punk- und Elektromusik. Den verstreuten Nazis in der Innenstadt gelang es zu keiner Zeit, sich zu einer größeren Gruppe zu formieren und nennenswerte Aktionen zu starten.

Einen Tag vorher sah das noch ganz anders aus: Das neonazistische »Aktionsbündnis gegen das Vergessen« hatte seinen Aufmarsch auf den Abend des 12. Februar vorverlegt und die Polizei den etwa 300 bis 500 Nazis bereitwillig den Weg in Richtung Hauptbahnhof freigeprügelt. Störversuche wie die Beschallung durch einen antifaschistischen Lautsprecherwagen wurden martialisch unterbunden, die Lauti-Fahrerin und der Künstler »Prinz Chaos« in Gewahrsam genommen. Das Vorgehen der Polizei wurde von verschiedenen Seiten scharf kritisiert. Eine Sprecherin der jüdischen Landesgemeinde äußerte auf der Zwischenkundgebung des Täterspuren-Mahnganges, daß man an 1933 denken müsse, wenn Stadt und Polizei einen Fackelmarsch der Nazis erlauben und durchsetzen. Antifaschistische Gruppen äußerten auch Kritik am Konzept der Gegenproteste: Daß sich nur 1000 Menschen am Mittwoch abend spontan den Nazis in den Weg stellten, sei für eine Stadt der Größe Dresdens einfach zuwenig.

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Weitere Mobilisierung mit Geschichtslügen  

Neonazis zogen Mittwoch abend durch Dresden. Aufmärsche in Cottbus, Pforzheim und Chemnitz geplant  

Markus Bernhardt 

In: junge Welt online vom 14.02.2014 

 

Aufgrund antifaschistischer Proteste sehen sich Neofaschisten zunehmend gezwungen, auf Großaufmärsche zu verzichten und auf kleinere Demonstrationen und dezentrale Konzepte zu setzen. So auch in Dresden. Dort wurde eine für den gestrigen Donnerstag geplante Kundgebung von Neofaschisten abgesagt. Ursprünglich hatten die extremen Rechten eine »stationäre Kundgebung« in der Elbmetropole geplant, um das Gedenken an die Opfer der Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945 durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg erneut für ihre Propaganda zu mißbrauchen (jW berichtete). Da das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen den Neonazis untersagt hatte, vor der Dresdner Frauenkirche aufzumarschieren, sagte der Anmelder der Neonazikundgebung den Aufzug jedoch ab. 

Allerdings kam es bereits am Mittwoch abend zu einem Aufmarsch von insgesamt bis zu 500 Faschisten durch die Altstadt der Elbmetropole. Diese wurden von einem großen Polizeiaufgebot und rund tausend Gegendemonstranten begleitet. Die Situation blieb einem Polizeisprecher zufolge friedlich. 

Vereinzelt wurden Böller geworfen, und es gab einige Blockadeversuche. 

Einige Demonstranten wurden von der Polizei weggetragen, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Das antifaschistische Bündnis »Dresden nazifrei!« wertete es in einer ersten Stellungnahme als Erfolg, daß am Jahrestag der Bombardierung der Stadt keine Nazis aufmarschieren konnten. 

Der Erfolg sei jedoch durch den rechten Aufzug am Vorabend getrübt worden, hieß es. 

An dem von »Dresden nazifrei« veranstalteten »Mahngang Täterspuren«, im Rahmen dessen an die Opfer des faschistischen Terrors während der Nazizeit erinnert wurde, beteiligten sich am Donnerstag nachmittag mehr als 1400 Personen. 

Informationen antifaschistischer Organisationen zufolge wollten Neonazis am Donnerstag abend - nach jW-Redaktionsschluß - in verschiedenen bundesdeutschen Städten aufmarschieren, um ihre Geschichtslügen bezüglich der Bombardierung Dresdens zu verbreiten. Die neofaschistische Partei »Die Rechte« wollte zu diesem Zweck am Donnerstag abend unter dem Motto »13. 

Februar 1945 - Berlin gedenkt der Opfer des Dresdener Flammeninfernos« eine Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin abhalten. 

Da es sich für die extremen Rechten zunehmend als Problem darstellt, ungestört aufzumarschieren, setzen die Rechten verstärkt auf eine dezentrale Strategie. Schließlich scheitern mittlerweile selbst Großaufmärsche wie der bis 2010 mit mehreren tausend Teilnehmern durchgeführte »Trauermarsch« in Dresden an der antifaschistischen Gegenmobilisierung. Andere Großevents wie der einstige »Rudolf Heß-Gedenkmarsch«, der bei den Neonazis eine außerordentlich große Symbolkraft besaß, scheitern mittlerweile an staatlichen Verboten. 

Die Neofaschisten sehen sich offensichtlich dazu gezwungen, zunehmend auf kleinere Aufmärsche mit lokalem Bezug zu setzen. So wollen sie etwa am Sonnabend durch Cottbus ziehen, wogegen das antifaschistische Bündnis »Cottbus nazifrei« mobil macht. Es ruft zur Blockade auf. 

Am 23. Februar ist außerdem ein Aufmarsch von militanten Neofaschisten in Pforzheim geplant, dort wollen die Rechten ebenfalls die Opfer der Bombardierung durch die Alliierten für ihre Zwecke instrumentalisieren. 

Ähnliches plant die rechte Szene zum Jahrestag der Luftangriffe auf Chemnitz am 5. März. Auch hier ruft das lokale Bündnis »Chemnitz nazifrei« zu Blockadeaktionen auf. 2013 war es den Antifaschisten erstmals gelungen, den Aufmarsch zu stoppen. 

chemnitz-nazifrei.de 

cottbus-nazifrei.info 

 

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Nazis melden sich aus Dresden ab 

Gedenken in Dresden: 2000 Teilnehmer bei »Mahngang Täterspuren« / Protest gegen Neonazi-Demonstration am Brandenburger Tor 

Von Hendrik Lasch, Dresden 

 

Dresden hat erstmals seit 17 Jahren wieder ungestört von Nazis an den Jahrestag der Zerstörung von 1945 erinnern können. Allerdings gab es am Vorabend eine spontane Demo. 

Dresden. Am 13. Februar 1998 kam es in Dresden zu einem unerhörten Vorfall: Nazis nutzten den Tag, an dem die Stadt der Zerstörung kurz vor Kriegsende 1945 und der 25.000 Toten gedachte, für eine spontane Demonstration. Ein Jahr später wurde der Aufmarsch offiziell angemeldet, wenige Jahre später war er mit 7000 Teilnehmern das größte Ereignis der Naziszene in Europa. Es hat lange gedauert, bis die Braunen wieder aus der Stadt vertrieben werden konnten.  

In: Neues Deutschland online vom 14.02.2014 

Weiter unter:  

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/923978.nazis-melden-sich-aus-dresden-ab.html 

 

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Schlappe für Neonazis  

Gericht bestätigte Kundgebungsverbot für Rechte in Dresden. Bundestagsauschuß berät erneut über Aufhebung der Immunität einer Abgeordneten der Linkspartei  

Markus Bernhardt 

In: junge Welt online vom 13.02.2014 

 

Nachdem es Antifaschisten in den letzten Jahren mehrfach gelungen war, einen bis dato regelmäßigen sogenannten »Trauermarsch« von Neonazis in Dresden durch friedliche Massenblockaden zu verhindern, haben die extremen Rechten zunehmend Schwierigkeiten, überhaupt noch in der sächsischen Landeshauptstadt aufzumarschieren. Angesichts ihrer mangelnden Mobilisierungskraft wollten die Neofaschisten ursprünglich am heutigen Donnerstag eine »stationäre Kundgebung« in der Elbmetropole durchführen und das Gedenken an die Opfer der Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945 erneut für ihre Propaganda mißbrauchen. Dazu wollten die braunen Geschichtsverfälscher vor der Dresdner Frauenkirche aufmarschieren. 

»Der 13. Februar 1945 steht nicht als singuläres Ereignis in den Geschichtsbüchern, sondern im Kontext des Zweiten Weltkrieges. Das Grauen dieses Krieges, mit dem Deutschland die Welt überzogen hat, kam an diesem Tag nach Dresden zurück«, konstatierte hingegen Rico Gebhardt, Partei- und Fraktionschef der Linken in Sachsen, am Mittwoch. Er kündigte an, sich »wie schon in den Vorjahren gemeinsam mit Dresdnerinnen und Dresdnern, Gästen aus dem In- und Ausland wie auch Partnern befreundeter Parteien aus Polen und Tschechien« am »Mahngang Täterspuren« beteiligen zu wollen, der am Donnerstag (14 Uhr, Schützenplatz) erneut in der Elbmetropole stattfindet. 

Die geplante Kundgebung der Neonazis an der Frauenkirche wurde unterdessen untersagt. So bestätigte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen am Mittwoch einen Urteilsspruch des Dresdner Verwaltungsgerichts, demzufolge die Nazis nicht an der Frauenkirche aufmarschieren dürften. Unter anderem sahen die Richter das von der Stadt geplante stille Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe gefährdet. Allerdings gestand das OVG den Neofaschisten das Recht zu, zwischen zwölf und 15 Uhr eine Kundgebung auf einem anderen Platz in der Innenstadt zu veranstalten. Die Neofaschisten sollten sich bis Mittwoch - nach jW-Redaktionsschluß - entscheiden, ob sie damit einverstanden sind. Im Falle, daß die Rechten den Vorschlag des Gerichts nicht annehmen, bliebe ihnen jedoch immer noch der Gang vor das Bundesverwaltungsgericht. 

Das antifaschistische Bündnis »Dresden nazifrei!« hielt am Mittwoch nachmittag seine Mobilisierung auch weiterhin aufrecht. Sollte es somit kurzfristig doch zu einer Kundgebung der Neonazis kommen, müssen sich diese also erneut darauf einstellen, auf breiten gesellschaftlichen Widerstand zu stoßen. So rufen neben Linkspartei, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und DKP auch verschiedene Gewerkschaftsgruppierungen und autonome Antifagruppen zu Protesten auf. Selbst hochrangige Kirchenvertreter erklärten, sich an Blockadeaktionen beteiligen zu wollen (jW berichtete). So oder so stellt die Situation in Dresden für die Neofaschisten also einen herben Rückschlag dar. Galt der Februaraufmarsch doch einst mit mehreren tausend Teilnehmern als europaweit größte Demonstration der militanten Rechten. 

Während sich immer mehr Organisationen und Bürger gegen den rechten Wahn engagieren, verhandelt der Immunitätsausschuß des Deutschen Bundestags ausgerechnet am heutigen Donnerstag erneut über die Immunität der Linken-Bundestagsabgeordneten Caren Lay. Lay soll auf Betreiben der Dresdener Staatsanwaltschaft strafrechtlich belangt werden, da sie sich 2011 an einer der gegen den Naziaufmarsch in Dresden gerichteten Blockaden beteiligt hatte. »Das ist ein fatales Signal an die vielen Bürgerinnen und Bürger, die auch in diesem Jahr Naziaktivitäten in Dresden verhindern wollen«, kritisierte die Bundestagsabgeordnete am Mittwoch in einer Erklärung. Sie halte es »damals wie heute« vor »dem Hintergrund der deutschen Geschichte für eine demokratische Bürgerpflicht, sich gegen Naziaufmärsche und deren Zurschaustellung rassistischer und menschenverachtender Ideologie zur Wehr zu setzen«, stellte sie klar. 

Unterdessen steht zu befürchten, daß es in den heutigen Abendstunden in verschiedenen Städten zu dezentralen Aktionen der neofaschistischen Szene anläßlich des Jahrestags der Bombardierung Dresdens kommen wird. So wollen die Nazis nach Informationen des »Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus« heute eine »Mahnwache« in der Dessauer Innenstadt abhalten. Antifaschisten rufen für 18.45 Uhr zu einer Protestkundgebung an der Friedensglocke der Stadt (Platz der deutschen Einheit) auf. 

dresden-nazifrei.com 

Infotelefon: 0351/41884999 

 

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Dresden 13.02.14: Wieder Setzen! Nazis blockieren!

10.02.2014:  

 

Sie lassen nicht locker: Seit vielen Jahren versammeln sich Nazis am und um den 13. Februar in Dresden zu einem sogenannten „Trauermarsch". Am Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg wollen sie die Geschichte verdrehen und verbreiten den Mythos von der „unschuldigen Stadt". Die von der Stadt betriebene problematische Tradition des "stillenGedenkens" bietet zusätzlich Anschlusspunkte, und so konnte sich in Dresden zeitweilig der größte Naziaufmarsch Europas etablieren. Durch die solidarische Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Bündnispartner_innen konnte das gemeinsame Ziel erreicht und die Nazis in Dresden gleich im ersten Anlauf gestoppt werden. Auch in den folgenden Jahren haben tausende Gegendemonstrant_innen Zivilen Ungehorsam geleistet und sich damit gegen Rassismus und Geschichtsrevisionismus positioniert. Mit ihrem Engagement setzten sie ein klares Zeichen: Damit kommt ihr hier nicht durch! 

Die deutlich ansteigende Beteiligung aus Dresden konnte die abnehmende bundesweite Mobilisierung ausgleichen. Nachdem sich 2012 ca. 1500 Neonazis zum Fackelmarsch versammelten, waren es 2013 noch ca. 800. Eines steht fest: der nationalistische Großaufmarsch ist und bleibt Geschichte! Das Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer" war von Beginn an mehr als ein reines Aktionsbündnis. Zur Erfolgsgeschichte gehört auch der Mahngang „Täterspuren". Mit ihm ist es gelungen, für die NS-Geschichte Dresdens zu sensibilisieren und einen Kontrapunkt zur offiziellen städtischen Erinnerungspolitik zu setzen. Um den Gedenkdiskurs in Dresden auch in Zukunft mit einer kritischen Perspektive zu begleiten, wird dieses Projekt weiter fortgeführt. 

Dem großen Engagement tausender Antifaschist_innen steht bis heute staatliche Repression entgegen. Immer noch kriminalisieren sächsische Behörden den Protest durch Ermittlungs- und Gerichtsverfahren. Dabei schreckte die Dresdner Staatsanwaltschaft nicht vor Beweismittelunterdrückung zurück und Polizist_innen tätigten Falschaussagen vor Gericht. Dass sie damit selbst bei der berüchtigten sächsischen Justiz nicht durchkommen, verdeutlichen Freisprüche und zahlreiche Verfahrenseinstellungen in den sogenannten "Blockadeprozessen". Dennoch beharrt der Freistaat auf dieser Strategie der Einschüchterung. Dahinter steht die fatale Extremismusdoktrin, welche antifaschistisches Engagement mit Naziaktivitäten gleichsetzt. Vor dem Hintergrund des institutionellen Versagens bei den NSU-Morden ist dies umso skandalöser. Für das Bündnis steht fest: Antifaschismus können wir nicht dem Staat überlassen! Wir stehen weiterhin zusammen für Antifaschismus und gegen jeden Versuch autoritärer Einschüchterung. 

Dresden hat immer noch eine hohe Symbolkraft für die Rechte Szene. Weiterhin melden Nazis über das ganze Jahr Aufmärsche und Kundgebungen an. Für das Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer" steht fest: Wir werden wieder einschreiten, wenn Nazis im Februar erneut versuchen, Geschichte zu verklären und ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Die Erfahrung hat gezeigt: Sie zu ignorieren macht sie stärker. Wir waren bisher erfolgreich – wir werden es auch 2014 sein. 

Unsere Strategie bleibt dabei das Erfolgskonzept der Blockade. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. 

Wir sind solidarisch mit allen, die unser Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern. Dabei bleibt es! 

Und es bleibt auch dabei: Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, Blockaden sind legitim. 

Mach mit! Sei dabei – No pasaran! 

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg! 

Quelle: Aufruf des Bündnisses Dresden Nazifrei 2014 

 

Die aktuelle Anmeldelage für die Stadt beschreibt das Bündnis wie folgt: 

 

Für den 13.02. liegt bei der Stadt neben der Menschenkette, die sich ab 17 Uhr aufbaut und zwischen 18 und 18:15 Uhr geschlossen ist, die Anmeldung der Nazis für 18 Uhr auf dem Neumarkt, direkt an der Frauenkirche vor. Dieser Ort liegt allerdings mitten in dem Bereich, der durch das – umstrittene – Sächsische Versammlungsgesetz und Gedenkstättengesetz besonders geschützt ist. Es ist unwichtig, wie wir zu diesem Gesetz stehen, was zählt ist, dass es Einfluss auf die Versammlungslage hat. Es ist auch reine Spekulation, warum die Nazis sich bewusst in Konflikt mit diesem Gesetz begeben und die gerichtliche Auseinandersetzung suchen. Klar ist nur, dass die vorgegebenen Gründe auf den einschlägigen Nazi-Homepages fadenscheinig sind und die wirklichen Absichten verschleiern sollen. Was zählt ist, dass wir im Moment von zwei möglichen weiteren Verläufen ausgehen: 

  1. die Stadt verbietet die Versammlung am Neumarkt und dieses Verbot hat vor Gericht bestand oder
  2. die Stadt verbietet die Versammlung am Neumarkt und das Verbot wird vor Gericht kassiert. Dann werden die Nazis dennoch nicht auf den Neumarkt gehen können, weil dort bereits Veranstaltungen angemeldet sind, unter anderem durch die Kirche. Es wird also um einen Ausweichplatz im Altstadtbereich gehen. Dann bleibt aber die Frage, wie die Nazis diesen Platz erreichen wollen.

Die letzte Information ist, dass die Anmeldung der Nazis auf dem Neumarkt (vor der Frauenkirche) von der Versammlungsbehörde an einen anderen noch unbekannten Ort beauflagt wurde. 

 

Aktionstag 13. Februar 2014 

Mahngang Täterspuren 

Ab 14 Uhr könnt ihr euch am Schützenplatz zum diesjährigen Täterspurenmahngang versammeln. 14:30 Uhr wird dort die Auftaktkundgebung stattfinden und ab 15 Uhr planen wir, auf der im Bild zu sehenden Route (anklicken zu vergrößern) zu laufen. Zwischen 17:30 Uhr und 18 Uhr wird der Mahngang in der Nähe des Hauptbahnhof ankommen und dort wird dann die Abschlusskundgebung stattfinden. 

Studierendendemo 

Weiterhin wird es eine vom StuRa organisierte Studierendendemo geben, die ab 16:30 Uhr vom Münchner Platz aus in die Innenstadt führt.  

Blockade 

Alle Infos zu den Blockadeszenarien auf  www.dresden-nazifrei.com 

 

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