Gemeinsam ein Gegengewicht schaffen  

Internationales Riesengebirgstreffen in Malá Úpa  

In: unsere zeit online vom 05.09.2014 

 

92 Jahre sind vergangen, seit sich 1922 erstmals junge Arbeiter aus der Tschechoslowakei und Schlesien (das damals zu Deutschland gehörte) auf der Schneekoppe im Riesengebirge trafen, um gemeinsam Positionen im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten und Unterdrückung zu diskutieren. 

Und noch heute ist die Tradition dieser Treffen lebendig und dient dem Gedankenaustausch über aktuelle gesellschaftliche Probleme. 

Stand das erste Treffen im Zeichen des Kampfes um soziale Fragen, so traten bei den nächsten Zusammenkünften – bis 1933 fanden neun Treffen statt – die Probleme der zunehmenden faschistischen Gefahr in Deutschland in den Mittelpunkt, und schließlich entwickelte sich daraus eine Aktionsgemeinschaft der aktiven Solidarität mit politisch gefährdeten und verfolgten Antifaschisten. 

Während der Zeit des Faschismus in Deutschland waren diese Treffen unmöglich geworden. Sie wurden nach 1945 wieder belebt und finden alljährlich am Fuße der Schneekoppe statt. Nach wie vor wird ihr Inhalt von aktuellen politischen Erfordernissen geprägt. 

Zum diesjährigen Riesengebirgstreffen hatte die Kreisorganisation Trutnov der KSCM sowie der Kreisklub des tschechischen Grenzlandes eingeladen. Aufgerufen zur Teilnahme hatte auch die deutsche Initiativgruppe Riesengebirgstreffen im Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden (OKV) sowie als Unterstützer zahlreiche Organisationen und Gliederungen von linken und kommunistischen Parteien. 

Die etwa 250 TeilnehmerInnen kamen aus Tschechien, der Bundesrepublik und aus Polen. Auf der zweistündigen Kundgebung sprachen unter anderem ein Parlamentsabgeordneter und Mitglied des ZK der KSCM, der Spitzenkandidat bei den demnächst stattfindenden Senatswahlen, die stellvertretende Vorsitzende der Polnischen Kommunistischen Partei, ein Vertreter der Partei „Die Linke" Berlin sowie ein tschechischer Jungkommunist. 

Angesprochen wurde die wachsende Kriegsgefahr und das Erstarken faschistischer und rechter Kräfte in Europa. Ebenso die imperialistische Politik, vor allem der USA im Nahen Osten, die Mittäterschaft der EU, sowie die Perspektivlosigkeit der Jugend in den vom Kapital beherrschten Ländern Europas und die Verbotsdrohungen gegen die KP der Ukraine. 

Gefordert wurde die notwendige Zusammenarbeit aller linken Kräfte als Gegengewicht zu dem koordinierten Handeln des Kapitals und betont wurde die Rolle der Kommunisten in diesem Prozess. 

Die Kundgebung endete mit der Übergabe von Mitgliedsbüchern an neue Mitglieder der KSCM und dem Absingen der Internationale. 

In einem Jahr findet das nächste Treffen statt. 

G. B. 

 

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