RotFuchs - Förderverein                

Regionalgruppe Dresden 

 

Festveranstaltung zum

65. Jahrestag der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik 

am 11.Oktober 2014 

in der Drogenmühle Heidenau 

 

Ablauf

Musikalische Beiträge des Bergsteigerchores
Musikalische Leitung: Christian Garbosnik 

Begrüßung Gen. Günter Strobel Rotfuchs 

Moderation und Rezitationen: Reinhold Stövesand 

Redebeitrag; „ Der Staatspräsident" - Lebenserinnerungen von Kurt Andrä
gelesen von Andreas Barth) 

Nationalhymne der DDR:  „Auferstanden aus Ruinen" 

 

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Günter Strobel

Worte zur Eröffnung der Festveranstaltung

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde.

Das Programm unserer heutigen Festveranstaltung gestalten,

    • Sänger des Bergsteigerchores unter der Leitung von Herrn Garbosnik,
    • unser Freund und Genosse Reinhold Stövesand und
    • Genosse Andreas Barth der den verkürzten Text des uns überlassenen Beitrages des leider verhinderten langjährigen Begleiters unseres ersten Präsidenten Wilhelm Pieck, Genossen Kurt Andrä spricht

Zuvor aber noch einige Worte zum Anlass der Veranstaltung.

Vor 65 Jahren wurde unsere Deutsche Demokratische Republik gegründet. Sie war der erste deutsche Staat der Arbeiter und Bauern auf deutschen Boden, zugleich der Staat von dem 40 Jahre kein Krieg ausging und indem in dieser Zeit dem Kapital die Macht entzogen war.

Diese 40 Jahre waren für uns alle Jahre des Lernens, der aktiven Mitgestaltung und der Sicherung ihrer Errungenschaften unsere Republik. Wir können stolz auf das Erreichte sein.

Um so schmerzlicher ist die vor 25 Jahren erfolgte bedingungslose Übergabe an die BRD, die sich als den Rechtsnachfolger des faschistischen Deutschlands verstand, und auf vielen Gebieten dessen Politik fortgesetzt hat. Heute führt dieses Land wieder Krieg.

Wir haben vor und nach 1989 viele bittere Erfahrungen sammeln müssen. Doch wir kapitulieren nicht. Wir arbeiten daran, die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Denn unser Kampf für die Zukunft unserer Kinder , unseres Volkes und die Volker der Welt ist unverzichtbar.

Dem dienen auch unseren monatlichen Bildungsveranstaltungen. Dort bemühen wir uns, die Geschichte beider deutscher Staaten nach 1945 historisch beleg- und beweisbar zu vermitteln, Schlussfolgerungen abzuleiten und Argumente zu erarbeiten um die täglich auf unsere Menschen einfallenden Lügen zur Geschichte und Gegenwart zu widerlegen.

Unser zukünftiges Wirken ist Teil des Kampfes gegen Unterdrückung und Ausbeutung, dem des Kampf um eine friedliche, völkerverbindende Zukunft in der Welt.

Mit unserem heutigen Programm wollen wir einen kulturell beschaulicher Rückblick auf unsere DDR werfen und damit auch ihre historisch unverzichtbare Rolle unterstreicht.

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Beitrag des Genossen Kurt Andrä

„Meine Erinnerungen an Wilhelm Pieck"

(Vorgetragen von Andreas Barth)

 

Ich danke, daß Ihr mir die Möglichkeit gegeben habt, mich in dieser Veranstaltung zu Ehren des 65. Jahrestages der Gründung der DDR zu äußern.

Mein kurzer Steckbrief lautet:

Name: Kurt Andrä, Baujahr 1928, erlernter Beruf: Maschinenschlosser,

Ausbildung in der DDR: Studium an der Akademie für Staats- und Rechtsfragen. Abschluß als Dipl.- Staatsrechtler, leitende Funktionen in der Partei und im Staatsapparat

Liebe Genossen und Freunde!

Meine Erinnerungen gehen an diesen Jahrestagender Gründung der DDR zurück in die fünfziger Jahre.

Als gerade mal 21-jähriger junger Genosse wurde ich Mitarbeiter unseres ersten Arbeiterpräsidenten in Deutschland, unseres hochverehrten Genossen Wilhelm Pieck – in seiner Präsidentenkanzlei im Schloß Berlin-Niederschönhausen.

Ich möchte Euch nichts über seinen Lebenslauf erzählen, was in guten Büchern besser beschrieben ist, als ich es tun kann.

Ich möchte Euch ganz einfach Erlebnisse schildern, die sich mir eingeprägt haben und so wohl am besten Auskunft geben können über den Menschen Wilhelm Pieck, seine Verbundenheit mit den Bürgern, besonders der Jugend und den Kindern, seine Bescheidenheit und Disziplin, der uns nichts vorgegaukelt hat und immer ein offenes Herz für die Menschen hatte.

So möchte ich am 64. Jahrestag der Gründung der DDR den Kommunisten Wilhelm Pieck würdigen.

Im Januar oder Februar 1950 wurde ich, der Maschinenschlosser aus dem Berliner Glühlampenwerk, nichts ahnend in die Kaderabteilung des Zentralkommitees de4r SED bestellt. Ich war in die Auswahl genommen, bei Wilhelm Pieck – in seiner Kanzlei – arbeiten zu dürfen. Mitte März war es soweit, wo ich meinen Dienst antrat.

Ich wurde einer der Korrespondenten, der die an den Präsidenten gerichtete Post bearbeitete. Täglich wandten sich viele Bürger unseres Landes mit ihren Anliegen, Hinweisen, Erklärungen aller Art, vor allem schriftlich, an unseren Präsidenten.

Die Flut von Briefen ist sicherlich als Ausdruck des Vertrauens gegenüber Wilhelm Pieck zu werten, das die Bürger ihrem „Landesvater" entgegenbrachten.

Zweimal am Tag kam der Briefträger ins Schloß und brachte in riesigen Säcken die Post. Die Eingaben reichten vom Antrag auf eine neue Wohnung, die Beantragung einer Gewerbegenehmigung oder eines Bezugsscheines für Babywindeln, bis dahin, sich dafür einzusetzen, daß der Ehemann früher aus der Kriegsgefangenschaft entlassen werden soll. Einfallsreiche „Erfinder" beschwerten sich, daß ihr „Perpetuum mobile" nicht als Patent registriert wird.

Die Aufgabe der Korrespondenten bestand in der Sichtung und Auswertung der Eingaben, der Veranlassung zur Bearbeitung durch die jeweils zuständigen staatlichen Organe, in der Analyse der Eingaben und der Kontrolle ihrer Erledigung. Regelmäßig mußten wir darüber dem Präsidenten berichten. In die Bearbeitung zahlreicher Vorgänge schaltete er sich selbst ein. Dazu empfing Wilhelm Pieck auch persönlich zahlreiche Bürger in seiner öffentlichen Sprechstunde. Neben vielen älteren klassenkampferfahrenen Genossen - neben ihnen der Kommunist und Angehörige des „Nationalkomitees Freies Deutschland", Otto Winzer (dem späteren Außenminister der DDR) , dem ehemaligen kommunistischen Reichstagsabgeordneten Max Opitz, gehörte ich neben anderen jungen Genossen zu den Lernenden in der Präsidialkanzlei von Wilhelm Pieck.

Die Tätigkeit in der unmittelbaren Umgebung von ihm und den alten Genossen war eine besondere Schule von kommunistischer Erziehung für mich, sie hat mich geprägt und mein Leben bis heute bestimmt. Viele Erlebnisse und Begebenheiten sind mir im Gedächtnis geblieben, an die ich gern und mit großer Hochachtung an unseren Wilhelm – wie ihn liebevoll die Menschen nannten – zurückdenke.

Genosse Wilhelm Pieck war Mitglied der SED-Betriebsparteiorganisation in der Präsidialkanzlei und nahm regelmäßig an den Versammlungen unserer Grundorganisation teil. Einmal geschah es, daß er zu einer Versammlung verspätet erschien. Jeder Genosse wußte, daß er an diesem Abend dienstliche Verpflichtungen als Staatspräsident zu erfüllen hatte. Nachdem er den Saal betrat, setzte er sich leise, weil ein Genosse gerade sprach. Er nahm auf einem freien Stuhl in den hinteren Reihen Platz. Er wartete die Pause ab, meldete sich dann zu Wort, um sein Zuspätkommen zu erklären und sich dafür zu entschuldigen. Diese kleine Szene war typisch für seine Disziplin und die Achtung gegenüber seinen Genossen.

Besondere Liebe und Fürsorge zeigte Wilhelm Pieck gegenüber den Kindern. Das drückte sich in der Behandlung von Kinderbriefen an ihn, ebenso wie in seinem persönlichen Umgang mit Kindern und Jugendlichen aus. In regelmäßigem Abstand empfing der Präsident Kinderdelegationen aus vielen Einrichtungen, aus Schulen und auch aus der Pionierrepublick „Wilhelm Pieck" am Werbellinsee, sowie der Jugendhochschule der FDJ am Bogensee, die ebenfalls seinen Namen trug.

Herzerfrischendes unbekümmertes Kinderlachen erfüllte dann die sonst so würdigen Räume im Schloß Niederschönhausen.. In jedem Jahr wurden die Kinder der Mitarbeiter seiner Kanzlei zum Weihnachtsfest eingeladen. Es war immer ein erlebnisreicher Nachmittag für die Kinder bei Pfefferkuchen und Kakao. Natürlich erhielt jedes Kind einen bunten Teller und ein kleines Geschenk. Der Ruprecht, der Weihnachtsmann, der Nicolaus oder Väterchen Frost – alles in einem- war ich. Strahlende Kinderaugen sahen auf die allen bekannten Märchenfiguren, wie Hänsel und Gretel, die Hexe, Schneewittchen und andere, die von jungen Mitarbeitern der Kanzlei verkörpert wurden und Märchenszenen spielten. Und wenn vor Aufregung ein Kind mit dem Kakao kleckerte, hatte unser Wilhelm sein Taschentuch bei der Hand, um den Schaden zu begrenzen.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich die Kinder bei einer der Veranstaltungen aufforderte, gemeinsam ein Weihnachtslied zu singen. Unser Wilhelm Pieck rief in den Saal, „Der Weihnachtsmann kann es uns doch erst einmal vorsingen. Natürlichn hatte den Beifall der Präsident, der Gastgeber. Und ich mußte singen.

Ich würde mir wünschen, daß diese damaligen Kinder, die irgendwann einmal Gäste von Wilhelm Pieck waren (und nicht nur sie) sich heute an ihre unbeschwerte, glückliche Kindheit, die sie in der DDR verlebten, gern zurück erinnern!!

Der Präsident der DDR übernahm Ehrenpatenschaften bei der Geburt des 5. Kindes einer Familie. Ich weiß nicht mehr, die wievielte hundertste Patenschaft es war, wo ich den Auftrag hatte, die persönliche Übergabe seines Patengeschenkes, dieses Mal an die Familie eines Arbeiters aus den Berliner Bremsenwerken, vorzubereiten und den Präsidenten dabei zu begleiten.

Zur damaligen Zeit gab es für Staatspräsidenten bei solchen Gelegenheiten keine „roten Teppiche", das Protokoll war bescheiden. Sicherheitsabsperrungen kannte man zu dieser Zeit auch noch nicht. Sie waren für Wilhelm Pieck auch nicht nötig.

Als unser Präsident die Treppe des Hinterhauses in der Hotelstraße (in der Nähe des Berliner S-Bahnhofes Ostkreutz) emporstieg, kam ihm der Briefträger entgegen. Der Postbote blieb wie versteinert stehen, er war nicht mehr der Jüngste und verrichtete sicherlich schon als Postbeamter zu früheren Zeiten seine Tätigkeit. Nachdem er sich von seinem Schock erholt hattefragte er, um auch sicher zu sein: „Das kann doch nicht möglich sein! Wilhelm Pieck? Unser Präsident?" Wilhelm reichte ihm die Hand und ging nicht weiter, ohne sich bei ihm über die Arbeit und nach seiner Familie zu erkundigen. Als wir nach dem Besuch der Familie das Haus in der Hotelstraße verließen, warteten nicht nur der Briefträger vor der Tür, sondern mit ihm einige Dutzend Bewohner der Straße, die durch den Postmeister vom Besuch des Präsidenten erfahren hatten. Viele Hände mußte Wilhelm Pieck schütteln und eine Menge guter Wünsche entgegen nehmen, bevor wir wieder davon fahren konnten.

Diese zufälligen Zaungäste waren nicht handverlesen oder als Claqueure von der Presse bestellt worden.

Wie sehr Wilhelm Pieck auf seinen Beruf als Tischler stolz war, wurde mir deutlich, als er mir anläßlich einer Berichterstattung über die Eingaben Bearbeitung sein selbst angefertigtes Gesellenstück – einen Hobel – zeigte. Er verwahrte ihn neben anderen Tischlerwerkzeugen in einem Schubfach seines Schreibtisches. Unser Präsident, der ehemalige Tischlergeselle, ist immer einfach geblieben.. Er fühlte sich jeder Zeit mit den arbeitenden Menschen verbunden.

Für Wilhelm Pieck gab es keine Isolation. Er war einer von uns. Seine Bescheidenheit und Herzensgüte hatte er sich immer erhalten.

Es war für ihn selbstverständlich, daß er seine Mittagsmahlzeit mit seinen Mitarbeitern gemeinsam in unserem bescheidenen Kasino der Präsidialkanzlei einnahm.

Jeden Freitag kam ein neuer „Augenzeuge" der DEFA-Wochenschau heraus. Das war so eine Art Rückblick auf das politische Geschehen der Woche. Diesen Filmstreifen sah sich Wilhelm Pieck regelmäßig an. Im Schloß war ein kleiner Vorführraum eingerichtet worden. Er hatte etwa 25 Plätzeund wurde auch für Versammlungen und Beratungen genutzt. Zu diesen Filmvorführungen konnte von der Belegschaft kommen, wer Zeit und Lust hatte. Keiner war ausgeschlossen, weder der Gärtner noch die Küchenfrau.

Die FDJ-Gruppe „Katja Niederkirchner" in der Präsidialkanzlei war sehr aktiv. Wir nahmen an der Agitationsarbeit der Nationalen Front teil, beteiligten uns an den Arbeiten des NAW, an Aufbaueinsätzen im Tierpark Friedrichsfelde, besonders aber in der Karl-Marx-Allee, auch zur Vorbereitung der 3. Weltfestspiele der Jugend und Studenten. Für die Wandzeitung der FDJ-Gruppe brauchten wir – ich weiß nicht mehr, welcher konkrete Anlaß es war – einen Artikel und glaubten, daß Wilhelm ihn am besten schreiben könnte. Über Elli Winter, seine Tochter und auch Sekretärin, brachten wir unseren Wunsch an ihn heran. Es dauerte nur wenige Tage, als er mich zu sich bat, mir seinen Wandzeitungsartikel gab und fragte, ob ich so damit einverstanden sei. Das war ohne Frage der Fall. Was mich verblüffte, war die Tatsache, daß der Artzikel von ihm, trotz seines engen Zeitplanes, eigenhändig geschrieben war. Und so wurde der handgeschriebene Artikel dann auch an die Wandzeitung gebracht.

Am 20. – 24. Juli 1950 wurden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl auf dem III. Parteitag der SED zu Vorsitzenden des ZK der SED gewählt.

Als Wilhelm Pieck danach in den Amtssitz in Berlin-Niederschönhausen kam, wurde er von allen seinen Mitarbeitern im Vestibül des Schlosses herzlich empfangen. Als FDJ-Sekretär hatte ich die Ehre, , im Namen aller5 Mitarbeiter seiner Kanzlei Glückwünsche an ihn zu richten und einen großen Strauß roter Nelken zu überreichen.

Zu seinem 75. Geburtstag – 1951 – kamen viele Arbeiter- und Betriebsdelegationen, Persönlichkeiten des In- und Auslandes zur Gratulation. Sie überbrachten dem bewährten Internationalisten, dem mutigen Kämpfer der Arbeiterbewegung ihre Glückwünsche. Wir, die unmittelbaren Mitarbeiter, überlegten, wie wir ihm an seinem 75. Geburtstag eine besondere Freude machen konnten, und berieten uns deshalb mit seiner Tochter. Sie verriet uns, daß er dringend einen neuen Wintermantel gebrauchen könnte. Es wurde unter den Mitarbeitern gesammelt, ein Mantelstoff, schwarzes Tuch, besorgt und ihm am Geburtstag in einer schönen Verpackung überreicht. Wie er sich darüber freute, wurde uns erst so richtig bewusst, als er eine Gewerkschaftsversammlung benutzte, um sich nochmals bei allen zu bedanken. Im Mantel betrat er den Saal und sagte, dass er sich freue, uns „das gute Stück" nun vorführen zu können. „Das ist der Mantel aus dem Geburtstagsstoff. Nochmals meinen herzlichsten Dank liebe Genossen und Freunde."

Liebe Freunde!

Diese wenigen geschilderten Begebenheiten sollen Beleg sein für die enge Verbundenheit Wilhelm Pieck’s mit den Menschen seines Landes und seine Herzensgüte.

Für mich sind es bleibende Erinnerungen.

Liebe Freunde und Genossen,

lasst mich bitte noch etwas erwähnen, was Bezug zu Wilhelm Pieck hat.

Aus dem Internet könnt Ihr erfahren:

„Rund um das Schloss Berlin-Friedrichsfelde leben in Europas größtem Landschaftstiergarten wilde Tiere aus der ganzen Welt. Auf rund 160 ha Fläche erstreckt sich der Landschaftstierpark mit weiten Gehegen und vielen Tierhäusern. Der Tierpark wurde im Jahr 1955 auf dem Gelände des Schlossparks Friedrichsfelde eröffnet. Heute ist der Tierpark Friedrichsfelde fachmäßig der größte Landschaftstiergarten in Europa. Rund 8700 Tiere leben hier."

(Soweit Wikipedia im Internet)

Was Wikipedia verschweigt ist, daß der Gedanke und die Anregung, einen solchen Tierpark zu errichten, damals von Wilhelm Pieck kamen. Er wollte, daß eine solche Einrichtung der Erholung, der Entspannung und im weitesten Sinne der Volksbildung, für die arbeitende Bevölkerung, für Jung und Alt, in Berlin geschaffen wird. Zahlreiche volkseigene Betriebe und Einrichtungen sowie die Bevölkerung beteiligten sich an dieser großen Unternehmung mit Spenden und durch tatkräftige Hilfe. Abgesehen davon, daß sich heute eine Familie mit Kindern kaum noch einen Besuch dort leisten kann (der Eintrittspreis für einen Erwachsenen beträgt 12 € und für ein Kind 6 €), gibt es jetzt ein Gerangel um die Auflösung des Tierparkes in Friedrichsfelde, weil gewinnsüchtige Spekulanten auf diesem herrlichen Stück Erde beabsichtigen, Eigentumswohnungen zu bauen – und das sicherlich nicht für ALG II Empfänger.

Liebe Genossen und Freunde,

ich komme nicht umhin, wenn ich über unseren Genossen Wilhelm Pieck spreche, Vergleiche zu ziehen. Was mich an diesen ersten deutschen Arbeiterpräsidenten erinnert, kann ich von einer Reihe anderer Präsidenten, die Deutschland ertragen mußte und muß, nicht ohne einen üblen Beigeschmack sagen.

Alles begann mit der Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II.im Jahre 1918. Da es in Deutschland nicht möglich war, (und ist) ohne gekrönte Häupter zu sein, mußte eine Ersatzlösung her. Und so wurde der Reichspräsident erfunden. Als erster war Friedrich Ebert zur Hand – ein brauchbarer und nützlicher Bewahrer des Alten in des Kaisers neuen Kleidern.

Wir haben noch gut im Gedächtnis, wie Ebert in den Jahren nach der Novemberrevolution 1919 im Verein mit Scheidemann und Noske mehrere Aufstände von revolutionären Sozialisten in Deutschland mit Waffengewalt niederschlagen ließ. Und da gab es den Reichspräsidenten Hindenburg, den Steigbügelhalter Hitlers, der rieg und Faschismus über Deutschland brachte.

Manche unter den deutschen Präsidenten, z.B. Heuß, der sich als Bundeswehrfreund mit „Nun siegt mal schön"! erwies, …Eine glanzvolle Show bietet uns der gegenwärtige Großinquisitor Pastor Gauck. Er war und ist ein Bilderbuch-Antikommunist, ein Feind der DDR, was ihn nicht davon abgehalten hat, mit dem MfS zu kooperieren und dies nicht nur wegen der Sonderrechte und Privilegien, die ihm seinerzeit gewährt wurden.

1989/90 hat er die Gunst der Stunde genutzt, sich offen als Konterrevolutionär bekannt und als solcher agiert, um sich zum BRD-Bürger gewandelt, als Stasi-Jäger zu etablieren.

Der ostdeutsche Ex-Pfarrer Joachim Gauck wurde als elfter Bundespräsident vereidigt.

Jeder denkende Mensch muß sich doch fragen, ist dieser Mann der Richtige in diesem Amt für Deutschland? …..

Gauck hat bei einer Ansprache bei der Führungsakademie der Bundeswehr am 12. Juni 2012 u.a. zur Rolle der Bundeswehr gesprochen und sich dabei offen zu dieser Armee als „seiner Armee" bekannt. Er sei froh so, sagte er wörtlich, weil ich zu dieser Armee und den Menschen, die hier dienen ,aus vollem Herzen sagen kann: diese Bundeswehr ist keine Begrenzung der Freiheit, nein, sie ist die Stütze der Freiheit."

Es fragt sich nur: Freiheit für wen???!

Herr Gauck äußerte seine Genugtuung auch darüber, daß die Bundeswehr heute auf dem Balkan, am Hindukusch und vor dem Horn von Afrika im Einsatz sei.

Ich frage diesen Mann: Wie vereinbart sich die ehemalige westdeutsche Losung „Friedenschaffen ohne Waffen" mit der Tatsache, daß die BRD heute der drittgrößte Waffenexporteur der Welt ist, darunter auch in Krisenländer, und wie vereinbart es sich, daß die deutschen Kapitalisten sogar die heimtückischen, international geächteten Splitterbomben mitfinanzieren konnten? ….

Deutschland hat Syrien in früheren Jahren weit über 100 t Chemikalien geliefert, die auch zur Entwicklung von Giftgas verwendet werden können.

Angesichts dieser Ungeheuerlichkeiten fordere ich Sie, Herr Gauck, auf, auf: Sorgen Sie als deutscher Bundespräsident dafür, daß die Produktion und der Export von Kriegsgerät aller Art sofort unterbunden wird! Und die Auslandseinsätze der Bundeswehr unterbunden werden! Erheben Sie zu diesem Komplex Ihre Stimme und lassen Sie – zumal als Mann der Kirche – „Schwerter zu Flugscharen" machen!!!

Erinnern Sie sich Ihres Kanhzelwortes vom Frieden auf Erden! Oder – so muß ich diesen Präsidenten fragen – wird der Weg Deutschlands schon wieder – wie schon einmal zur Zeit des Faschismus – von der Schwerindustrie, den Banken und ihrer Profitgier bestimmt?

Liebe Freunde und liebe Genossen!

Angesichts der poliotischen Entwicklung in diesem Lande kann ich nicht umhin, diese Vergleiche mit meinen eigenen Lebenserfahrungen anzustellen, nachdem ich ungefragt zum Bürger der BRD gemacht wurde.

Meine Erkenntnisse und meine Überzeugung lassen mich hier, in diesem Deutschland, nicht ankommen und machen mir deutlich, was ich verloren habe:

Meine Heimat – die Deutsche Demokratische Republik!

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