Das Maifest des DGB am 1. Mai in Dresden 

  

Einige Hundert TeilnehmerInnen waren bei recht angenehmem Wetter dem Aufruf des DGB gefolgt. Allerdings fand die Veranstaltung nicht, wie sonst, auf dem Schlossplatz statt - und damit in unmittelbarer Nähe der gut besuchten Schaufelraddampferparade auf der Elbe -, sondern am Volkshaus auf dem Schützenplatz. GewerkschafterInnens waren also mehr unter sich. Was einen Genossen dazu veranlasste, sich unverzüglich aufs Fahrrad zu schwingen und mit einigen Hundert UZ in Richtung Goldener Reiter zu radeln. 

Die meisten anderen vom Kommunistischen Aktionsbündnis Dresden (KAD) Dresden – darunter KPD, Rotfuchs, FDJ, VVN/BdA, RFB und die DKP - bewegten sich gegen 10 Uhr zum Bahnhof Neustadt, um von dort mit rund 30 GenossInnen eine Spazierdemo mit Fahnen und Transparent wieder zurück zum Schützenplatz zu veranstalten. So bekam wenigstens ein Teil Dresdens mit, dass der 1. Mai ursprünglich mal einen anderen Hintergrund hatte, als ihm heute gern gegeben wird. 

Absolut positiv (die Mairede war es nicht) die Beiträge junger und aktiver GewerkschafterInnen über ihre Kämpfe in den Betrieben. Dazu hätte allerdings gut eine andere musikalische Untermalung gepasst, als die Oldie-, Dixie- und Discomusik, die live und aus der Konserve dröhnte. Wie wäre es mal wieder mit "Brüder, zur Sonne", "Mann der Arbeit" oder "Der erste Mai ist kein Feiertag"? Das auch deshalb, weil zum ersten Mal Workshops stattfanden, einer davon mit dem Titel "Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Gewerkschaften und des 1. Mai"? Tja, Chance verpasst. 

Fragwürdig der Polizeieinsatz gegen die MLPD, die vom Veranstalter keine. Standgenehmigung erhalten hatte Anwesend waren allerdings zwei andere Parteien, die eine eine neoliberal gewendete, gewerkschaftsfeindliche, pro- ukrafaschistische Partei; die andere gerade damit beschäftigt, das bisschen Mindestlohn immer weiter zu verwässern und vor allem das Streikrecht auszuhebeln, als Regierungspartei jede Sauerei des Kapitals zu unterstützen: Rüstungsexporte in Krisenregionen, TTIP durchpeitschen, die Liste ist lang. Statt Maifest mit Musik und Würstchenbude wäre eine politische Auseinandersetzung um die kämpferische Vertretung von Arbeiterinteressen gegen Kapital und Kriegspolitik notwendig gewesen.  

Fazit des Tages: Dank an alle, die dabei waren, danke von uns insbesondere an die SDAJ. Einige hundert UZ verteilt, viele Gespräche und Diskussionen, Präsenz gezeigt.  

Weiter auf dem Weg zu einer starken, einheitlich handelnden Gewerkschaft, die konsequent die Interessen der lohnabhängig Beschäftigten vertritt 

Auch in Dresden gilt: Wir gestalten die Zukunft der Arbeit – unserer Partei. 

  

Mit roten Grüßen 

 

krü 

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